Brian De Palma schickt uns in ein gruseliges Wirrwarr aus Mord, Schizophrenie und Missbrauch. Ein echter Psychothriller, der vor allem von der Inszenierung und den beiden Hauptdarstellerinnen lebt.
„Sisters – Die Schwestern des Bösen“ beginnt damit, dass das französisch-kanadische Model Danielle Breton (Margot Kidder) bei einer Fernsehshow den jungen Philip Woode kennenlernt und mit ihm den Abend in ihrer Wohnung verbringt. Am nächsten Morgen wird die Reporterin Grace Collier (Jennifer Salt), die in der gegenüberliegenden Wohnung lebt, Zeugin eines brutalen Verbrechens und alarmiert die Polizei. Da diese vor Ort jedoch keinerlei Spuren findet, beginnt Grace mit Hilfe eines Privatdetektivs auf eigene Faust zu ermitteln. Im Zentrum der Geschichte steht Danielles komplizierte Vergangenheit, die eng mit ihrer Zwillingsschwester Dominique sowie ihrem mysteriösen Ex-Mann, einem Arzt, verknüpft ist.
Eine weitere Hommage De Palmas an Alfred Hitchkock, wie die anderen Filme auf der Liste: „Blow Out“ und „Dressed to Kill“. Das ist ja nichts schlechtes, fällt nur auf. Eine Leiche wird versteckt wie in „Coctail für eine Leiche“, ein Mord wird durch Fenster beobachtet wie in „Fenster zum Hof“, das Messer scheint direkt aus der Deko von „Psycho“ entliehen zu sein, der Duschvorhang der im Badezimmerspiegel zu sehen ist und so weiter.
Das andere Thema, das De Palma abzuarbeiten scheint, ist die Unterdrückung von Frauen, sowohl auf der sexuellen Ebene, als auch im Beruf. Die unfassbare Übergriffigkeit des Arztes gegenüber seiner Patienten steht dafür einerseits, andererseits die Behandlung durch die Polizei der anderen Protagonistin.
Und nicht zuletzt fällt auch dieser Film wieder in die Kategorie neo noir, mit vielen Figuren, die anfangs etwas ganz anderes zu sein scheinen, als sich später berausstellt und einem äußerst pessimistischen Ende, bei dem dann auch der Privatdetektiv nochmal auftaucht…
