DSGVO im Supermarkt

„Hallo, darf ich sie nach ihrer Postleitzahl fragen?“

Die Kassiererin fragt freundlich, meiner vor allem von mir hochgeschätzten Meinung nach aber ein wenig zu bestimmt.

„Das ist ja an sich schon eine Frage.“

Ha!

„Da muss ich mal gleich zurück fragen, speichern sie dieses Datum personenbezogen?“

Ich antworte in leicht aggressivem Tonfall. Es tritt eine kurze Pause ein.

„Hier auf der Kasse steht nur, dass ich sie nach der PLZ fragen soll, ansonsten habe ich keine Ahnung.“

Die Kassiererin ist bereits in der Defensive.

„Wenn sie mir die Zahl nicht sagen wollen, sagen sie doch einfach 12345, das machen viele Leute.“

Na, das ist ja super. Erst fragt die Tante nach der PLZ, jetzt will sie mein Passwort.

„Auch noch falsche Daten erheben wollen? Ich will eigentlich nur sehen, wie und wo sie meine Postleitzahl speichern, und ob sie die Daten mit anderen persönlichen Daten, bspw. meiner Kontonummer korrellieren. Wer ist denn bei ihnen hier der Datenachutzbeauftragte?“

Sichtlich verunsichert drückt die Kassiererin einen Knopf an ihrem Pult. An der Nachbarkasse leuchtet das Nummerschild grün auf und die Stimme, die schon den Selbstzerstörungsmechanismus in Spaceballs gesprochen hat, verkündet laut: „Wir öffnen Kasse Zwei für Sie!“. Meine Kassiererin greift das Mikro neben der Kasse und brüllt hysterisch hinterher: „Probleeeemfall an Kasse Eins, Sabiiiiiiine kommen Sie mal?“ Die Datenschutzbeauftragte scheint eine ehemalige sowjetische Speerwerferin zu sein.

„Wie kann ich helfen?!“

„Sie wollen meine Postleitzahl speichern und bevor ich dazu meine Zusage erteile, würde ich gerne die nötigen Informationen haben, um eine informierte Entscheidung treffen zu können, ob mir das alles so gefällt.“

Wie aus dem nichts zieht die Datenschutzbeauftrage eine beidseitig bedruckte Kassenbonrolle unter dem Tresen hervor, bestimmt vom Durchmesser einer Klorolle. „Datenschutzerklärung“ steht ganz oben an.

„Sie können sich so lange zum Lesen in mein Büro setzen, Kaffee gibt‘s am Automaten.“

„Ach, ist schon gut, ich unterschreib das schnell, kennt man ja, was da drin steht.“

Ich rolle schnell die ersten Meter der Rolle ab und überfliege den Text in 8pt.

„So so, sie nutzen hier auch Youtube-Videos, ach die Speicherung meiner Kontonummer ist zur Abwicklung von Kartenzahlungen ein berechtigtst Interesse, soso, alles klar, Autokennzeichen wird auf dem Parkplatz erfasst, Angabe meiner Adresse, Sozialversicherungsnummer, ich kaufe einen Sechs-Gang-Ralley-Toaster… das sieht ja alles ganz ok aus. Wo soll ich unterschreiben?“

„Da unten wo ‚erstellt mit dem Datenschutzerklärungsgenerator‘ steht.“

Ich unterschreibe und mache mich schnell auf den Weg zum Ausgang, da ruft die Speerwerferin hinter mir her:

„Und ihre Postleitzahl?“

„1234 füüüüüühüüüüüünpf!“

Twitter, ich bin es so leid…

… seit Jahren gehst Du mir nun auf den Sack und alles Bitten und Betteln und Ranten bringt nichts, du kannst es nicht lassen. Nun hast Du mal wieder die Third-Party-App-Entwickler aufs Korn genommen und ziehst ihnen den Boden unter den Füßen weg. Namentlich machst Du es ihnen unmöglich, Twitterfeature weiter zu nutzen, die Apps sinnvoll machen:

After June 19th, 2018, “streaming services” at Twitter will be removed. This means two things for third-party apps:

  1. Push notifications will no longer arrive
  2. Timelines won’t refresh automatically

If you use an app like Talon, Tweetbot, Tweetings, or Twitterrific, there is no way for its developer to fix these issues.

Apps of a Feather …Stick Together

Ganz ehrlich Twitter! Du weißt aber auch genau, dass ich jetzt nicht so einfach mit Dir Schluß machen kann. Und darum führst Du Dich so auf. Ein Bully. Ich sag es auch gern in Deiner Sprache: you fuckin‘ moron. Geh sterben.