Ennio Morricone *1928 †2020

Spaghettiwestern haben wir Italowestern damals genannt und meinten damit in der Regel Filme von Sergio Leone mit der Musik von Ennio Morricone. Keine Filmmusik im ĂŒblichen Sinne, wo die Musik aus dem Hintergrund die AthmosphĂ€re schafft, die ein Film braucht, sondern eher Teil der Handlung selbst. Ohne die Musik sind viele der Szenen komplett nutzlos, lĂ€cherlich mithin. Oft kopiert, aber nie erreicht. Meiner Meinung nach am besten als Gesamtwerk in „Zwei glorreiche Halunken“ umgesetzt, mit dem besten mexican standoff aller Zeiten, auf dem extra fĂŒr den Film (und heute rekonstruierten) Sad Hill Cementary.

Artikelbild: TurismoRuralArlanzaOwn work, CC BY-SA 4.0, Link

Open Couchblog

Eine Geschichte aus der Serie: ich wollte doch nur mal kurz, aber dann war es umfangreicher und komplizierter als gedacht und dann ist die Frau sauer, dass mann (sic!) trotz Urlaub am Rechner rumsitzt und verpasst das Abendessen wie frĂŒher, als ich noch jung war.

Vor geraumer Zeit habe ich hier mal Webmentions angeschmissen, weil ich liebe ein offenes Netz und so. Das tat erst mal noch nichts, da noch etliche weitere Plugins und Einstellungen fehlten.

Das habe ich nun weitestgehend nachgeholt. Über Bridgy landen dann auch Twitter-Reactions hier an den Artikeln, wobei mir das informationsarchitektonisch noch nicht passt (sehen im Moment Kommentaren gleichwertig aus). Der RĂŒckweg, also die Artikel nach Twitter posten steht (glaube ich, irgendwie verstehe ich die Doku nicht, wenn ich immer nur die ZeilenanfĂ€nge lese) noch aus. Der Teil ist aber ganz schön.

Ein weiteres Plugin versorgt meine Artikel jetzt mit (mehr) Mikroformaten, obwohl ich fast ĂŒberzeugt bin, das selbst besser und codesparsamer zu können. Man muss es halt nur machen. Ich habe nun auch semantische Linkbacks, quasi hat mich aber noch nie ein Mensch semantisch gelinkbackt. Oder so. Aber ok.

Unfreundlicherweise behauptet nun der mobile Firefox ĂŒbrigens, ich hĂ€tte einen social tracker von Twitter hier installiert, was mal einerseits Quatsch ist und Desktop auch nicht reproduzierbar ist. Das hat mich verunsichert.

Dann hab ich mit Micropub gespielt, weil ich gelesen habe, dass der IA Writer dann direkt ins Blog posten kann. Hab ewig mit den (eigentlich recht eindeutigen) Fehlermeldungen hantiert, bis ich begriffen habe, dass meine Firewall den Zugang zum API blockiert. Das Ergebnis war dann eher
 ausbaufĂ€hig. Funktioniert möglichweise nur so richtig gut, wenn man den Classic Editor nutzt, in G
berg-Editor landelt alles in einem Classic-Block und außerdem wird der Dateiname zum Titel gemacht (und nicht etwa das H1 am Anfang des Textes), was also immer Nacharbeiten erfordert, was also schnelles Autoposting direkt verhindert. Und ich bin eh vor Jahren auf Ulysses umgestiegen bin. Dort gibt‘s dafĂŒr aber nur ein Feature-Request.

Schön war in diesem Zusammenhang, dass zum erstenmal ĂŒberhaupt meine Keybase-Account beinahe fĂŒr etwas gut gewesen wĂ€re, wenn das Signieren per iOS-App geklappt hĂ€tte. So habe ich mich dann doch nur ĂŒber Github ausgewiesen.

Update: das Microformat-Plugin habe ich erstmal wieder deaktiviert, da es in Bridgy Fehlermeldungen verursacht hat, dafĂŒr funktioniert jetzt wohl das POSSE-publishen nach Twitter.

JÀger des verflixten Dönerlogos (Faz)

Logos sind ja aus unserer Konsumwelt sowieso nicht mehr wegzudenken, aber ich finde es immer sehr interessant, an welchen Stellen wir schon gar nicht mehr darĂŒber nachdenken. Das Dönerlogo gehört sicherlich dazu. Und fĂ€llt noch dazu in eine andere sehr interessante Klasse von Logos, nĂ€mlich der generischen Produktlogos, die immer gleich sind, oder sich Ă€hneln, aber keine Firma an sich bewerben. Vor allem im GaststĂ€ttengewerbe sind diese verbreitet, bspw. auch auf Pizzakartons (der Ofen), Servietten (ein paar Brocken Griechisch lernen) usw.

JÀger des verflixten Dönerlogos

Shortlinklistenmetadiskussion

Kleines Metathema
 das gehört ja zum Bloggen dazu, wie Laurel zu Hardy. Ich weiß nicht wie viele Diskussionen ich in den Jahren schon mit mir selbst gefĂŒhrt habe, wie man Dinge im Blog behandeln sollte. Viele.

Ich habe seit der immer mal wieder mit abwechselndem Erfolg Reinkarnation meiner BlogbemĂŒhungen hier es ĂŒberhaupt nicht hinbekommen, ein ordentliches Shortlinkformat zu finden. Einerseits sind die Gelesen-Formate zu anstrengend geraten und fĂŒr mich auch etwas enttarnend (ich lese halt viel zu wenig nebenbei, es gibt einfach zu wenig nebenbei).

FĂŒr die Bookmarks andererseits hatte ich immer gehofft eine Form der automagischen Synchronisierung entwickeln zu können. Das schaffe ich aber in vielerlei Hinsicht nicht. Ein Aspekt dabei ist sicherlich das oben erwĂ€hnte fehlende nebenbei Zeit und Muße haben zum Entwickeln. Ein anderer ist, dass ich zum FĂŒhren ordentlicher Listen von Bookmarks einfach psychisch und physisch nicht in der Lage bin, da muss mir irgendein Ordentlichkeits-Gen fehlen oder so. Das ist irgendwie schade, weil ich da durchaus positive RĂŒckmeldung dazu bekommen habe, aber so wie es ist, ist das alles viel zu aufwendig.

Und last but not least hat die Watchlist, also die Liste der Filme und Serien die ich mir ansehen will, egal ob sie nun neu sind, oder nur gerade verfĂŒgbar oder ich sie achon hundert Mal gesehen habe, scheinbar niemand verstanden und nicht ganz ohne Berechtigung interessiert das wohl auch niemanden, was ich beides verstehe, geht mir im Nachhinein auch so.

Und nun?

Nun werde ich das alles so wie es ist stehen lassen und fĂŒrdahin derlei Content posten als was er ist, als kurzer Link, mit einer kurzen ErklĂ€rung dran, fertsch.

Das ĂŒbliche Ende einer Blogmetadiskussion. Ich habe hier ein Problem, so wie ich es bisher gelöst habe gefĂ€llt es mir nicht mehr, ich löse das in Zukunft anders. Bis zum nĂ€chsten Mal. Irgendwie lustig.

Fliegengitter im Wandel der Zeit

Was? Haben? Wir? FrĂŒher? Ohne? Fliegengitter? Gemacht?

Fliegengitter kannten wir in meiner Kindheit nur aus dem Fernsehen, aus amerikanischen Serien wie den Waltons oder den Straßen von San Francisco. TĂŒren vor den eigentlichen TĂŒren auf Veranden, die man daran erkennen konnten, dass sie beim Öffnen lauthals quietschen (immer) und beim federgepowerten Schließen laut knallten (ebenfalls immer immer immer). Außerdem stellten diese GittertĂŒren unĂŒberwindbare Hindernisse, bspw. fĂŒr Kommissare dar. Zwar konnte man sie öffnen (sic!) um an die VerandatĂŒr zu klopfen (immer!), danach musste man aber vor dieser TĂŒr stehen bleiben. Die FliegentĂŒr war quasi gleichzeitig Einbruchssicherung bei chronisch unverschlossenen TĂŒren und Ausdrucksform der in irgendeinem Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung garantierten Unverletzlichkeit der Wohnung. Möglicherweise hat sich das geĂ€ndert, oder wurde (das will ich doch nicht hoffen) im amerikanischen Serien und Filmen auch falsch dargestellt.

Jedenfalls kannte ich in meiner Kindheit keine Fliegengitter. Wir hatten ja nichts. Wir öffneten die Fenster so wie es sich Architekten und Bautischler gewĂŒnscht haben, nĂ€mlich einfach auf. Und manchmal flog eine Wespe ins Zimmer
 und irgendwann wieder hinaus. Oder man fing sie in einen Glas. Und nachts machte man das Fenster im Sommer erst auf, wenn man das Licht ausgeschaltet hatte, um nicht MĂŒcken auch noch anzulocken. Und irgendwie ging das wohl so.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei. Jedenfalls bei uns zu Hause. Insekten scheinen irgendwie aufgerĂŒstet zu haben. Man kommt ja ohne Fliegengitter nicht mehr aus. Es sei denn, man öffnet die Fenster halt nicht. Jede Fliege die dabei hinein kommt in die Wohnung, löst aber auch gleich ein mittleres Drama aus, wahrscheinlich, weil sie sofort beginnt sich irgendwo zu vermehren. TatsĂ€chlich hatten wir ein solches Problem einmal mit Speisemotten, die sich trotz Fliegengitter eingeschlichen hatten (ich glaube immer noch: versteckt im BiomĂŒsli, aber was weiß ich denn schon). Jedenfalls können wir ein Insekt in unserer Wohnung nicht auf sich beruhen lassen („fliegt von selbst wieder raus“), sondern mĂŒssen immer sofort entsprechende Maßnahmen einleiten, bspw. einen Licht- und Luftzugkorridor herstellen, der das Tier wieder hinausgeleitet (was erstaunlicherweise auch ganz gut klappt). Bei Wespen muss allerdings ich allein den edlen Ritter geben, obwohl ich eine Scheissangst (Allergie!) vor den Dingern habe.

Also bringe ich ĂŒberall Fliegengitter an.

Nur an der TĂŒr zum Arbeitszimmer gab es kein passendes Modell. Sie ist außergewöhnlich hoch hat nach außen aber so einen Kasten mit einem Rollo, der unsere ĂŒbliche Methode „FlĂŒgeltĂŒr mit Magnetschließung“ unmöglich machte. Am Ende haben wir von innen zwei ĂŒbereinandergelegte Gitter angebracht, die unten beschwert sind. Leider gab es die nicht in ausreicher LĂ€nge, unter bleiben rund 10cm ĂŒber. Außerdem kann jede Fliege mit guter Flugausbildung an den ĂŒbereinandergelegten Kanten entlang nach innen gelangen.

Lustigerweise funktioniert diese völlig undichte Hilfskonstruktion wie die TĂŒren in den amerikanischen Serien: fĂŒr 99,9 Prozent der Insektenwelt reichen sie völlig aus. Nur vereinzelte in bodennĂ€he umherschwirrende Brummer haben bisher den Weg ins Arbeitszimmer gefunden. Diese Mistbiester.

Im Schlachthof der Gesellschaft

Achtung: Pessimimus inside.

Das sind die Errungenschaften der Gammelfleischskandale der letzten Jahre: auf jedem StĂŒck Fleisch, dass wir kaufen können, werden wir ĂŒber den Herstellungsprozess dergestalt informiert, dass wir wissen oder erfahren könnten, wie es der Kuh ging, die fĂŒr unseren nĂ€chsten Hamburger ihr Leben ließ. Ein wenig erinnert das an das „Restaurant am Ende des Universums“, wo die Kuh an den Tisch kommt und ihre Einzelteile feil bietet und gleichzeitig darĂŒber sinniert, was schön es doch ist, fĂŒr das Mahl des Gastes gleich dahin zu scheiden.

Was fĂŒr eine miese Masche das doch ist. Tierschutz wird bei uns groß geschrieben, der Menschenschutz wurde dabei geschickt unter den Teppich gekehrt. Kann ich mir gut vorstellen, wie Agrarministerindarstellerinnen wie Julia Klöckner bei eckigen runden Tischen auf denselben gehauen haben, damit das endlcih aufhört mit dem Gammelfleisch. Und Aldi, Lidl und ihre Schlachterschergen so: ja geil, wir schreiben einfach auf die Packung, woher das Fleisch stammt, dann kann der Kunde selbst entscheiden. Ob er das gute Fleisch nimmt (natĂŒrlich teurer) oder weiter die Grillfackel fĂŒr 20 fucking Eurocent. Am Ende kaufen die beides! Und wir verdienen uns dumm und dusselig. Hauptsache es spricht keiner ĂŒber die Ausbeutung der Menschen, die den Scheiss verarbeiten mĂŒssen.

Geiz ist geil, prima leben und sparen

Prima leben und sparen ist nun viele Jahre unsere Devise gewesen. Unter dem Brennglas Coronakrise kommt aber auch hier ans Licht: was wir an der Aldi-Kasse nicht zahleb, zahlt jemand anderes. Das kann das maltretierte Schwein sein, das im osteuropĂ€ischen Hinterland auf einem Quadratmeter in Dunkelheit seinen Tod herbeisehnt, oder der Nachbar aus dem gleichen osteuropĂ€ischen Dorf, der als Wanderarbeiter durch den reichen Westen reist und versucht so sich und seine Familie zu ernĂ€hren. Die Lösung dafĂŒr ist ĂŒbrigens nicht, nicht beim Discounter und nur noch Bio-Fleisch zu kaufen. Oder di Welt zum Veganismus zu Bekehren. Das kann man alles natĂŒrlich machen, in der Hoffnung, bei sich selbst beginnend die Welt ein wenig besser zu machen. Nur hilft das wenig und schon gar nicht jenen, die sich die exorbitanten Preise, die Bio und Regional nun mal unweigerlich kosten, nun einmal nicht leisten können. Zumal die Welt der Bio- und Veganprodukte ja schon lĂ€ngst in den Geiz-ist-geil-Kosmos unseres Konsumkapitalismus voll eingebunden sind. Am Ende wollen ja alle nur Geld verdienen. Und das ist in unserer Welt die Ausrede fĂŒr alles, ein Quasi-Grundrecht in diesem Land. Ein Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz (sicher wie in fĂŒr lange Zeit und sicher wie in nicht bei der Arbeit krank werden) jedoch gibt es bei uns leider nicht.

Offenlegung: Hier fehlt der Absatz mit der Lösung. Ich sehe keine politische Kraft in diesem Land, ach was auf diesem Kontinent, die eine Änderung der VerhĂ€ltnisse herbeifĂŒhren wollte oder könnte.

Stadtlinden

Vor unserem Haus stehen Linden. MĂ€chtige große und alte BĂ€ume, die das Straßenbild prĂ€gen und im Sommer die darunter parkenden Autos mit Lindenhonig verschmieren. Jetzt im Sommer herrscht dort das pralle Leben, Vögel und Insekten hauptsĂ€chlich, mutmaßlich auch Eichhörnchen. Alles was in der Insektenwelt FlĂŒgel hat kommt vorbei, um sich den sĂŒĂŸen Lindensaft zu holen. Ganze SchwĂ€rme von Kleinstfliegern tauchen dort auf, wo die Sonne durch die BlĂ€tter scheint, um sofort wieder im Schatten zu verschwinden. Der Baum produziert sprichwörtlich frische Luft und scheint durch seine schiere GrĂ¶ĂŸe eine eigene Klimablase zu produzieren, frisch und luftig, windgeschĂŒtzt und trocken. Das Klima ĂŒbertrĂ€gt sich in die Wohnung und bei Sonnenschein ist alles in ein helles grĂŒnliches Licht getaucht.