Das Platoon

Thema: Gerante

Kevin war kein Nazi an sich. Gut, in seiner Jugend hatte er zu viel Spaß beim „Gruftieklatschen“ gehabt und auch zwei Mal kurz im Knast gesessen, aber im Grunde stand er damals nur auf kurze Haare, Bomberjacken, Männerfreundschaften und natürlich Saufen. So hatte es jedenfalls sein Sozialarbeiter ausgedrückt. Seiner Karriere war das natürlich nicht gerade zuträglich gewesen, das gab er auch immer offen zu. Er bereute aber nichts und war einigermaßen dankbar, als ihn die Stadt zum Mindestlohn einstellte. „Zum Heer der Orangewesten rekrutiert“, scherzte Kevin. Nun trug er die Verantwortung über eine kleine Einheit, „sein Platoon“ nannte er das. Junge Männer, wie er es einst gewesen war, aber noch roh und ungeschliffen. Er führte seine Truppe „hart, aber ungerecht“, sie wussten schon, wie das gemeint war. Im Morgengrauen ließ er sie antreten, dann wurden „die Flammenwerfer“ kontrolliert, bevor es zu „Feindberührung“ kam. Kevin hielt dann immer eine Ansprache, bevor sie losmarschierten: „Dies ist eins der verkommensten Viertel der Stadt, nichts als Zecken, Ausländer und Bonzenschweine. Aber wir sind im Vorteil, der Feind schläft noch! Also lasst uns die Schlafschafe wecken! Laubbläser marsch!!!“

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