Kevin war kein Nazi an sich. Gut, in seiner Jugend hatte er zu viel Spaß beim „Gruftieklatschen“ gehabt und auch zwei Mal kurz im Knast gesessen, aber im Grunde stand er damals nur auf kurze Haare, Bomberjacken, Männerfreundschaften und natürlich Saufen. So hatte es jedenfalls sein Sozialarbeiter ausgedrückt. Seiner Karriere war das natürlich nicht gerade zuträglich gewesen, das gab er auch immer offen zu. Er bereute aber nichts und war einigermaßen dankbar, als ihn die Stadt zum Mindestlohn einstellte. „Zum Heer der Orangewesten rekrutiert“, scherzte Kevin. Nun trug er die Verantwortung über eine kleine Einheit, „sein Platoon“ nannte er das. Junge Männer, wie er es einst gewesen war, aber noch roh und ungeschliffen. Er führte seine Truppe „hart, aber ungerecht“, sie wussten schon, wie das gemeint war. Im Morgengrauen ließ er sie antreten, dann wurden „die Flammenwerfer“ kontrolliert, bevor es zu „Feindberührung“ kam. Kevin hielt dann immer eine Ansprache, bevor sie losmarschierten: „Dies ist eins der verkommensten Viertel der Stadt, nichts als Zecken, Ausländer und Bonzenschweine. Aber wir sind im Vorteil, der Feind schläft noch! Also lasst uns die Schlafschafe wecken! Laubbläser marsch!!!“
Kategorie
Gerante
2026
Pride in Lübeck ohne Bahn
Während sich im Rest der Republik noch über die partielle Sonnenfinsternis unterhalten wird, beschäftigt die Lübecker*innen ein ganz anderes Reizthema: die Bahn schlägt mal wieder zu! Und diesmal so richtig hart. Ab dem morgigen Freitag um 22 Uhr bis zum Montagmorgen um Fünfe bleibt der Lübecker Hauptbahnhof geschlossen.
Die Verniedlichung der Welt
Das Thema KI äh… LLM lässt mich nicht los. Haben wir es mit Intelligenz zu tun? Sollten wir sie personalisieren? Ich sage nein und nein!
Alle zwei Minuten…
…kündigt irgendwo ein Marketing-Martin und wechselt von CrazyTechCoolSolutions GmbH zu StartupCrackJob Ltd. Jede Minute fängt auf einer Barkasse im Hafen, bei einem Verlag in New York oder auf dem Damenklo am Bahnhof Zoo ein*e Praktikant*in an und macht ein Foto des Eingangsbereichs. Alle 30 Sekunden spricht ein CEO auf einer Konferenz, gewinnt jemand einen Preis, fällt in China ein Sack Vollkornreis um. Jede Sekunde lässt sich Horst-Henning von und zu Langeweile von seinem LLM einen Hot Take erdenken, der garantiert klickt wie eine Fahrradkette. Und das lesen wir dann alles auf LinkedIn.
Den Spahn machen
Das, was Jens Spahn uns in der letzten Woche vorgeführt hat, wird zu 100% als „den Spahn machen“ zum geflügelten Wort eskaliert werden, da bin ich mir sicher. Ich weiß allerdings nicht so genau, was man denn eigentlich damit bezeichnen wollte. Vielleicht eine modernisierte Version des alten und in der letzten Woche so oft zitierten „Wasser predigen — Wein saufen“?
Also, wenn Sie in Lübeck am Hauptbahnhof
Lange nichts mehr vom Pendeln erzählt, was hauptsächlich daran liegen könnte, dass ich nicht weiß wo anfangen. Die Züge sind zur Zeit voll und zwar so, dass von Genuss keine Spur ist. Erinnern wir uns kurz an die wunderbare Zeit, als die Strecke Hamburg – Berlin gesperrt war: ein Teil der Leute musste deswegen einen...
Siri in a bubble
Apple stellt die neue AI Siri vor und es verwundert nicht, dass da auch nichts anderes rauskommt als beispielsweise bei Google: nach alten Fotos und E-Mails suchen. Gäääähhhhhhn!
Serviceverfügbarkeit
Ich bin mir da mit den Doomsdayszenarien in Sachen KI nicht mehr so sicher. Wahrscheinlich bleibt der Angriff von Skynet auf die Menschen noch vor Beginn stecken, weil irgendwo gerade ein Update eingespielt wird, die Netzwerkverbindung nicht klappt oder eine Batterie den Geist aufgegeben hat.
Faschistisches Webdesign
Es gibt demokratisches Webdesign, welches das Internet und digitale Plattformen inklusiver, zugänglicher und partizipativer gestalten möchte. Das Gegenteil davon wäre IMHO undemokratisches Webdesign, aber faschistisches Webdesign?
Ein Spielplatz für Timmy
Timmy der Wal ist kaum tot, da muss seine Prominenz schon für Werbezwecke ausgenutzt werden. Und Lübeck zieht auch noch die Kinder mit rein.