In meiner TV- und Kino-Sozialisation ist der erste Halloween-Streifen sowas wie die Mutter aller Horrorfilme. Ein Film, den wohl jedermensch gesehen hat oder mindestens seinen Inhalt kennt. Mit einer Musik, die quasi jedermensch mitpfeifen kann. Der Film von 1978 gehört natürlich in den 70ies Rewatch, auch wenn ich ihn damit wahrscheinlich einmal zu viel gesehen habe.
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In der Halloweennacht 1963 tötet der sechsjährige Michael Myers seine 17-jährige Schwester Judith und landet darauf hin in der Obhut des Psychiaters Dr. Sam Loomis, der in Micheal das wahre Böse sieht und sich darum bemüht, ihn nie wieder frei zu lassen. Im Alter von 21 Jahren entwischt Myers am Vortag zu Halloween jedoch aus dem Sanatorium und kehrt in die Stadt seines Verbrechens zurück, um dort den seitdem berühmten Killer mit der weißen Maske zu geben…
Aber den Plot kennen ja meiner Theorie nach sowie alle. Also mich lockt das so gar nicht mehr hinter dem Ofen hervor, auch wenn es einen Kult begründet hat. Was sicherlich nicht passiert wäre, wenn man beim Arbeitstitel des Film „Der Babysitter-Mörder“ geblieben wäre. Dass man den Horror direkt mit dem Event Halloween verbunden hat, war ein Marketing-Geniestreich und eröffnete die Möglichkeit zu etlichen Sequels.
Ich habe acht Jahre lang versucht, mit ihm Kontakt zu bekommen, dann nochmal sieben Jahre, um zu verhindern, dass er jemals wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Ich wusste zu gut, was sich hinter diesen Augen verbirgt, das absolute … Böse.
Wer mich auch in der x-ten Review völlig kalt gelassen hat, ist die seinerzeit 19jährige Jamie Lee Curtis. Der Film altert inzwischen nicht mehr so richtig gut, Jamie Lees Figur war aber ja auch schon 1978 extrem konservativ angelegt und leidet darunter am meisten. So eine Figur würde man doch heute auch völlig anders ausbauen, oder?! „Aber gut, 1978 halt“, könnte man sagen, müsste dabei aber im Kopf behalten, dass man zu dieser Zeit eigentlich schon viel weiter war. Mit meiner Interpretation, dass Laurie Strode als machtloses Opfer dargestellt wird, das letztlich durch schieres Glück und die Hilfe von Doktor Loomis überlebt, bin ich zwar keineswegs allein, aber es gibt durchaus auch andere Sichtweisen.
Zusammengefasst kann ich die Brillianz von Erzählung, Kameraführung (POV!) und Musik schon irgendwie goutieren, in dem Abstand, den ich aber inzwischen von solchen Filmen habe, stören mich die inhaltlichen Fehler und Zweifelhaftigkeiten doch sehr. Beim Saturn Award 1979 musste sich „Halloween“ übrigens „The Wicker Man“ geschlagen geben, der mir wesentlich besser gefallen hat.