Es wird wieder viel der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 gedacht. Ein Datum, das ohne Zweifel mein Leben verändert hat. In meiner Erinnerung habe ich etliche Artikel darüber geschrieben. Was aber gar nicht stimmt: drei Jahre nach 9/11 habe ich einen Rückblick geschrieben, das typische „wo warst du, als die Jets in die Türme einschlugen?“-Stück.
Interessant ist es wohl vor allem, wegen der Dinge die da nicht stehen. Zum Beispiel, dass ich in dieser Zeit mit einer afghanischen Frau zusammen war (wie das nach den familiären Ansichten ihre sehr modernen aber eben doch afghanischen Familie eben möglich war) und dass sich diese Beziehung in der Folge genauso pulverisierte, wie die Türme des World Trade Centers. Oder, dass ich nach 9/11 mein Leben in eine andere Richtung gedreht habe, gar nicht mit einem zu den Klängen von Enya gefassten Vorsatz, sondern ganz unterbewusst.
Ich gab letztlich alles auf, was ich bis dahin als von mir aufgebaut betrachtete: Schluss mit Plattenladen und DJ-Leben, Umschulung zum Fachinformatiker, weg aus Oldenburg, arbeiten in Hamburg, Umzug nach Lübeck. Das passierte zwar alles über einen Zeitraum von mehreren Jahren, aber als ich am 1. September 2005 zum ersten Mal zum Arbeiten in das Pressehaus am Speersort ging, war diese Entwicklung abgeschlossen.