Energieverschwendung

Thema: Gebloggt
Portrait des Andries de Graeff von Rembrandt (1639), ein ganz in schwarz gekleideter Mann mit einem breitkrempigen Hut und einem Umhang, steht an eine Säule gelehnt, vor ihm ein Handschuh auf dem Fußboden.

Dass ich mir um die unglaubliche Energieverschwendung Sorgen mache, die mit der hyperisierten Nutzung von Large Language Models einhergeht, habe ich ja schon oft geschrieben. Eine andere Form der Energieverschwendung ist aber auch, jeden Fedehandschuh den jemand ins Netz wirft, aufzuheben und sich selbst durchs Gesicht zu ziehen. Ich meine, wenn man mit einer solchen Behauptung:

Also kurz den Check gemacht und willkürlich irgendwelche Seiten des Netzwerks angeschaut. Von 10 geprüften Blogs waren bei 8 Blogs die jeweils neusten drei Artikel alle AI-generiert.

… Kleinbloggersdorf so dermaßen1 in Aufregung versetzen kann, dann stimmt doch etwas nicht. Nicht in einem Beitrag habe ich gelesen, dass mal jemand diese Behauptung auf den Prüfstand gestellt hätte. Ich finde das einfach nur unglaubwürdig, mindestens aber zu ungenau, um jetzt wieder eine Diskussion um KI-Kennzeichnung oder womöglich eine KI-Zensur vom Zaun zu brechen. Kann man natürlich machen, hat dann aber eben genauso wenig Substanz, wie der oben zitierte Vorwurf.

Ich habe fertig.


  1. Der Link ist leider nicht archivisch, der Inhalt ist also vergänglich. Was vielleicht mal eine Idee für Rivva wäre, für bestimmte Dinge Permalinks einzurichten… ↩︎

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6 Gedanken zu “Energieverschwendung

  1. # ben_24. August 2026

    Ich hege spätestens seit der Pandemie den Verdacht, dass das, was uns als Bevölkerung noch verbindet vor allem anderen die Freude am Blockwart-Dasein ist. Das war da schon erschreckend, mit wieviel Eifer plötzlich Menschen, deren Einsatz für das Gute und Richtige man früher eigentlich geschätzt hat, plötzlich noch weiter aufgedreht haben, und viel Energie darauf verwandt haben, anderen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben, von höchsten aller Rösser herab. Als hätte das ganze Land nur drauf gewartet, endlich die grosse Rechthabenkeule rauszuholen.

    Und: Das ist in der Tat der Grund, warum ich nicht mehr bei Rivva mitlese. Die Aufregungsökonomie hat noch nie vor Blogs halt gemacht. Ich kann und will mich da gar nicht ausnehmen. Ich hab‘ ja just viele sehr alte Artikel bei mir selber gelesen, weil ich viel Artikel nachträglich mit Teaserbildern versehe. Da ist genau das: Auf den rivva-induzierten Reiz folgt die pawlowsche Echauffier-Reaktion.
    Das Schlimmste dabei: Das macht einem selber ja auch keinen Spass, zieht einen nur runter und hat auch nullkommagarkeinen Effekt. Reine Stammtischparolen. Nur eben in Blogs.

    So leid es mir für Frank tut, aber … ich bin mehr als froh, den Blogsphäre-Konsum jenseits meines eigenen Feedreaders als Gewohnheit abgelegt zu haben.

    1. # Nico (Autor) — 24. August 2026

      Ach, ich glaube Frank hat da gar nicht so viel damit zu tun und eigentlich nicht mal UberBlogr. Es ist halt auch ein eingespieltes Ding, Haters gonna hate, und sogar mein Post hat ja in dieser inzwischen jahrzehnte alten Choreographie seinen Stammplatz. Ich habe daran tatsächlich immer noch Spaß.

    2. # ben_24. August 2026

      Ja, neee, Frank hat da latürnich selber nix mit zu tun. Rivva macht die Dynamiken nur sichtbarer, die sowieso da sind. Und ja genau … es ein eingespieltes Ding. Hier wäre fast noch die spannendste Frage, ob wir das von der Boulevard-Presse gelernt und übernommen haben, oder ob es eine Art tieferliegender Reflex ist, der sowohl die Journaille als auch die Blogsphäre befeuert. Ich meine … was aus Twitter wurde, scheint ja im Grunde die gleiche Mechanik zu sein, nur auf Speed.

      1. # Nico (Autor) — 25. August 2026

        Ich bin mir fast sicher, das bis in die Foren und vielleicht sogar Mailboxsysteme der Pre-Internet-Zeit zurückverfolgen zu können. Wahrscheinlich war Johannes Gutenbergs zweites Druckerzeugnis nach der Bibel eine ätzenden Schmähschrift über die Mönche, die immer noch als Kopisten die Bibel von Hand abschrieben. Und schon jene Mönche haben sich gegenseitig bösartige Randbemerkungen in die Werke geschrieben…

  2. # Thomas24. August 2026

    > Behauptung auf den Prüfstand gestellt hätte

    Ich habe mit der Zahl von Anfang an so meine Probleme – weil sie schlichtweg ohne Beweis bleibt; und auch nie erklärt wird, wie man die Evidenz erbracht hätte.

    Und spätestens, wenn man sie gestern wiederholt statt mal von seinem hohen Roß runterzuklettern, bin ich es leid und klinke mich aus. Ich hab‘ versucht der kruden Behauptung und der Echauffierung über einen falsch verstandenen Halbsatz Substanz zu geben. Dummer Fehler von mir. Ich lerne auch mit 45.

    1. # Nico (Autor) — 25. August 2026

      Kann ich voll verstehen, bei einigen Kollegen gehört wirklich schon übermenschliche Willenskraft dazu. Und man will ja auch nicht immer lächeln und zusehen, wie an seinem Baby herumgeätzt wird.

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