Szene aus Chinatown: Jack Nicholson wird mit einer Waffe am Kopf vom einem Schäger bedroht, während dessen Boss auf ihn einredet.

Chinatown (1974)

Thema: Gesehen

Roman Polanskis „Chinatown“ von 1974 ist ein Klassiker des neo noir, nicht nur, weil er Merkmale des film noir enthält: der Detektiv, die femme fatale, alle Protagonist*innen sind nicht das, was sie zunächst scheint und alle kämpfen mit Dämonen der Vergangenheit. Noch dazu spielt er in den dreißiger Jahren der letzten Jahrhunderts und reproduziert das Genre auch visuell auf das Genaueste.

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hinatown (1974), Original Trailer

So schonungslos und pessimistisch wie die Atmosphäre des Film ist auch der Plot: Privatdetektiv J.J. „Jake“ Gittes (Jack Nicholson) soll einen vermeindlichen Ehebruch aufklären, gerät dabei aber stattdessen in eine weitverzweigte Affäre um Korruption, Wasserrechte und Farmland. Während der Ermittlung trifft Gittes auf die Witwe Evelyn Mulwray (Faye Dunaway), in die er sich verliebt, die aber mit der Ermodung ihres Ehemanns und mit den Geschäften ihres Vaters mehr zu tun haben scheint, als Gittes Recht sein kann.

Ein Film, der als ausgesprochenes Meisterwerk gilt und wohl auch ist. Da schließe ich mit auch durchaus an: die Athmo ist einmalig, von den Originalen nur eine Farbpalette entfernt. Das Drehbuch soll eines der besten sein, die je geschrieben wurden und tatsächlich hat es eine regelrechte Sogwirkung, immer tiefer geht es hinab in die Geschichte und gleichzeitig in den Abgrund menschlichen Handelns. Am Ende gewinnt nicht nur niemand, alle verlieren.

Was bleibt ist die Frage, warum heißt der Film eigentlich Chinatown? Er spielt dort jedenfalls die meiste Zeit nicht (erst ganz am Ende). Für Gittes steht „Chinatown“ als ehemaligen LAPD-Cop für einen Ort, an dem er früher gearbeitet hat und an dem er gelernt hat: Eingreifen-Wollen richtet oft mehr Schaden an als Nichtstun, weil man die wahren Machtverhältnisse und kulturellen Codes nicht durchschaut. Es ist ein Sinnbild für Undurchsichtigkeit, für Situationen, in denen gut gemeinte Aufklärung ins Leere läuft oder sogar Unheil bringt. Der berühmte letzte Satz „Forget it, Jake, it’s Chinatown“ bringt das auf den Punkt – eine Art resigniertes Achselzucken angesichts einer Welt, in der Gerechtigkeit gegen Macht und Korruption keine Chance hat.

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Ein Gedanke zu “Chinatown (1974)

  1. # ben_20. Juni 2026

    Oh, nice. Den hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm, kommt aber ganz weit oben auf die Watchlist. Danke für den Tipp!

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