
Flucht von Alcatraz (1979)
Ein Film nach einer wahren Begebenheit und die letzte Zusammenarbeit zwischen Clint Eastwood und Regiealtmeister Don Siegel. „Flucht von Alcatraz“ lebt mehr von den Bildern und den Charakteren, als von der Story, von der ja sowieso jeder von Anfang an weiß, wie sie endet.
Tarantino walzt in „Cinema Speculation“ (dem Buch, das mich zum 70‘s Rewatch animiert hat), vor allem die Eröffnungssequenz länglich aus. Ich muss zugeben, dass mich Filme mit einer künstlerischen Eröffnung, wie bspw. „The Getaway“ wesentlich mehr ansprechen, als solche ohne (z.B. „Death Wish“) und „Flucht von Alcatraz“ hat eine solche. Sie zeigt den Wechsel von unserer Gesellschaft (Clint Eastwood in Anzug und Regenmantel) hinüber in die Gefängnisgesellschaft (Clint Eastwood, nackt und schutzlos), den Abstieg zum Rechtlosen, der man in Alcatraz eben ist. Für den Film birgt die Szene die Möglichkeit, Eastwoods nackten Po zu zeigen, was 1979 wohl ein Ding war und gleichzeitig in die erste typische Gefängsnisfilmszene leitet, nämlich den hünenhaften Gewaltverbrecher mit einem Faible für Männerärsche, der nur durch einen Kampf David gegen Goliath zu bezwingen ist. Filme in den 70ern: stereotyp as fuck.
Über rund 100 Minuten versucht der Film nun etwas wie eine Storyline aufzubauen, Leute finden sich, freunden sich an, es gibt hier ein wenig Gefängnisgewalt, dort ein wenig mehr, wen man auch fragt: es hat nich nie jemand geschafft von Alcatraz zu fliehen, trotzdem wollen es alle tun. Und. So. Weiter. Zwei-, dreimal kratzt jemand mit der Spitze eines Nagelklippers Mörtel aus der Wand und dann geht es auch schon den Lüftungsschacht hoch. Es geht aufs Ende zu.
Und das Ende ist leider der schwächste Teil der ganzen Flucht von Alcatraz: vielleicht wollte man es an der Stelle nicht weiter ausschmücken oder die Flucht verlief wirklich so langweilig, wie sie eben im Film verläuft, jedenfalls nach ein paar Regenrinnen und ein paar Zäunen, sind die drei Gefangenen weg. Und bleiben weg. Weil, und das meinte ich am Anfang, so ist das Ende nun einmal, keiner weiß, was mit den drei Flüchtlingen passiert ist: sie sind nicht wieder aufgetaucht, weder tot, noch lebendig.
Foto: druchoy, CC BY-SA 2.0
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