20 Jahre Couchblog: Wochenschau

Nun ja, die Wochenschau ist ehrlicherweise nicht schon 20 Jahre alt und verglichen mit der in den Jahren angefallenen Masse an Content, bildet sie eher einen Mikrokosmos. Mir macht es aber gerade mit am meisten Spaß, die Drechslereien mit der Text-Bild-Schere auf die Spitze zu treiben, weil es eben geht.

Die erste Ausgabe war dabei noch wirklich harmlos:

Hier sehen wir den Qualitätsjournalisten Willi Winzig bei der Rettung des geschriebenen Wortes und dem gleichzeitigen Absingen einer lehrbuchmäßigen Filmkritik…

Von Anfang an ging es aber immer darum, mich mit jenen Mitglieder*innen der journalistischen Zunft auseinander zu setzen, die erst meinten „das Internet würde sich eh nicht durchsetzen“, im nächsten Moment aber überzeugt waren, dass Steve Jobs, iPad und App-Store die Rettung des gedruckten Wortes seien. Dabei nahm ich auch ernste Themen, wie embedded journalism aufs Korn:

Hier sehen wir die drei Qualitätsjournalisten Hubert Hohelied, Bertram Bär und Klaus Kuhn (v.l.n.r.) im Einsatz für das gedruckte Wort. Gerade diskutiert man, in welche Richtung es denn nun bergab geht und in welcher Geschwindigkeit.

Das mit den klassischen (meist in der public domain zu findenden) Bildern musste sich natürlich auch erst entwickeln:

Hier sehen wir – von links nach rechts – die Qualitätsjournalisten Jeremias, Jonas, Lukas und Barnabas Schmidt, in der Gerüchteküche, beim qualitätsgemäßen Retten des gedruckten Wortes.

… blieb dann aber auch irgendwie Markenzeichen der Serie:

Hier sehen wir die Klasse 7b der »’Einrich ‚Eine Highschool« in Paradox, Colorado (»Hinter Bedrock rechts ab!«), bei der Rettung des gedruckten Wortes.

Wenn es auch Abweichungen gab:

Unser Bild zeigt die Qualitätsjournalisten Willy Winzig, Hans Martin Diederich, Lothar Langeweile, Claus Bläser und Hans Müller-Lüdenscheid (v.l.n.r.), bei der Rettung des gedruckten Wortes.

Inzwischen habe ich den Bezug zur schreibenden Zunft mehr oder weniger aufgelöst. Letztlich haben doch die meisten Journalist*innen das mit dem Internet begriffen und es passieren ja auch noch so viele andere Dinge, die heute so komisch sind, wie damals „die Rettung des gedruckten Wortes“.