Friedrich Merz beginnt die Pressekonferenz am 07.09.2026 mit den Worten: „Wenn fast 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler in einem Bundesland bei sehr hoher Wahlbeteiligung politische Parteien wählen, die die demokratischen Spielregeln und Institutionen unseres Landes grundlegend infrage stellen, dann ist das ein Wahlergebnis, mit dem wir nicht zur Tagesordnung übergehen können“ und geht dann zur Tagesordnung über.
Der sogenannte Bundeskanzler schafft es nicht einmal jetzt, den wirklichen Feind der Demokratie zu markieren, muss unbedingt Linke und BSW dazu rechnen. Das alleine zeigt schon, dass ein Friedrich Merz zu einem Umdenken nicht fähig ist. Ich glaube inzwischen nicht mal, dass er nicht will: er kann es einfach nicht. Vielleicht ist das auch das gleiche, denn Merz entblödet sich außerdem nicht, unsere demokratischen Traditionen auf Adenauer und Helmut Kohl zurück zu führen. Er hätte auch sagen können, er hätte in Sachsen-Anhalt nur blühende Landschaften gesehen und verstehe deswegen gar nicht, warum die dort alle AfD wählen.
Dabei will ich Merz gar nicht die ganze Schuld an diesem Debakel anlasten. Es kommen soviele Dinge zusammen, am Ende hat die ganze Politik versagt, angefangen tatsächlich, da hat Merz recht, bei Adenauer. Merz ist nur das Symptom, aber ein sehr sichtbares eben. Vieles hätte die letzten Jahrzehnte anders laufen müssen, aber alles eben die letzten Jahre und Monate. Aber stattdessen haben wir uns Merz gewählt und der kann es nun mal nicht. Was für eine tragische Figur. Was für eine tragische Gesellschaft. Was für ein tragisches Land.