Plattencover: grün, in brauner Western-like-Schrift „Tres Hombres“ in der Mitte, unten „ZZ Top“, dazwischen drei Fotos, die die Bandmitglieder zeigen.

ZZ Top – Tres Hombres

Thema: Gehört

Das dritte ZZ-Top-Album von 1973 gehört zu den Alben, die ich immer mal wieder revisite, also von einer plötzlichen Eingebung getrieben anhöre und dann über Wochen in der Playlist halte. Ich schrieb ja schon, dass ich Musik immer mit Erinnerungen verknüpfe, mal sind das Bücher, mal bestimmte Ereignisse (Parties) und manchmal sind es Menschen.

Bei „Tres Hombres“ sind es Menschen, weil wir damals in der Achtzigern genau das waren, oder uns jedenfalls dafür hielten: drei Männer. Olaf, Marc und Nico, tres hombres. Bei Olaf gab’s Musikfernsehen den ganzen Tag, deswegen trafen wir oft bei ihm und zu der Zeit peakten ZZ Top gerade mit ihrem Album „Eliminator“ und daraus Songs wie „Gimme All Your Lovin’“, „Sharp Dressed Man“ oder „Legs“. Heute würde man das wohl als Boomer-Rock bezeichnen, der Erfolg kam möglichweise aus den markanten MTV-Videos, bei denen es in der Regel um den Hot Rod und leicht bekleidete Frauen ging… äh, wo war ich… also bei Olaf gab’s immer MTV, Atari spielen und Plattenhören und zwar auf seinem extrem ausgefallenen Plattenspieler mit Tangentialtonarm (wer es wirklich wissen will: PDF), ich selbst hatte ja nur eine Schneider Kompaktanlage. Und was wir da so hörten waren alte Scheiben von AC/DC und ZZ Top. Jetzt gar nicht, weil wir uns vorgenommen hatten jetzt mal den Backcatalogue unserer Idolde durchzuackern, sondern allein aus dem Grund, dass es zu der Zeit wiederaufgelegte Scheiben von jedem im sogenannten „Nice Price“ zu kaufen gab, für vergleichsweise wenig Geld. Statt also eine aktuelle LP zu kaufen, kaufte man zwei oder drei Alte.

Und dabei kamen gerade bei AC/DC und auch ZZ Top echte Perlen zum Vorschein, die wir wirklich abfeierten seinerzeit, halt eben mit zehn Jahren Verspätung. Und beide Bands passen auch so gut zusammen, weil die frühen Veröffentlichungen halt so schön bluesig waren, bei AC/DC bspw. „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ von 1976 und bei ZZ Top eben „Rio Grande Mud“ und „Tres Hombres“ (und später noch „Fandango“). Witzig daran ist, dass wir so überhaupt nicht bluesig unterwegs waren, wenn wir in die Tanzschuldisco (braucht ihr nicht zu googlen) oder auf Parties gingen, im Gegenteil, wir waren eher wavig, mit und ohne new. Aber vielleicht waren wir in den Achtzigern auch einfach noch nicht so festgelegt…

Bei Marc müsste ich mich mal wieder melden. Olaf habe ich später an Envers Theke aus den Augen verloren, aber zum Glück vergisst man Menschen ja nicht, ich brauch ja nur „Waitin‘ for the Bus“ oder „Jesus Just Left Chicago“ zu hören, dann sehe ich alles wieder vor mir, als wäre es gestern.

Hört einfach mal rein.

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Ein Gedanke zu “ZZ Top – Tres Hombres

  1. # Wolf Jäger22. Juni 2026

    Das ist schon interessant… Ich hatte ZZ Top garnicht als so bluesig im Ohr- wie Du richtig bemerkt hast… Mir ist da immer noch das „Recycler“ Album von 1990 im Ohr. Das damals auf CD… Aber da war ich auch schon 24. In der DDR war ja Musik meist „Tauschgeschäft per Kassette“- da ich eine „Westrekorder“ besaß, der relativ gute Aufnahmen machte, hatte ich da viel „Kapital“. Plattenspieler, ach ja… Ziphona Polystar… War ich stolz auf die „Double Phantasy“ (Ono/Lennon)
    War halt ne andere Zeit.

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