Zur Hölle mit den PI’s, please

Steve Rubel lanciert via AP Diskussionen um die Aktualität von Page-Impression. Auch ein blindes Huhn findet mal einen Korn, würd‘ ich sagen.

Klar, bei Yahoo, wo man zum Beispiel komplett ajaxifizierte Börsennachrichten betreibt, hält man das PI-Modell für überkommen. Bei MySpace, wo man für jede Aktion einen Pagereload machen muss, sieht man das natüriich genau anders herum. Dessen ungeachtet, sind PI derzeit die geltende Maßeinheit für den Erfolg einer Website. Ein PI zählt, egal, was auf der Seite noch passiert, nachdem sie geladen wurde (und der Zählpixel [z.B. der IVW] angezeigt wurde. Das treibt natürlich lustige Blüten: Inhalte werden in verschiedene Seiten unterteilt, es gibt nutzlose Umleitungsseiten und die bei Presseseiten so beliebten Bildergalerien…

Techniken wie AJAX, laufen diesem Prinzip völlig zuwider. Hier werden die Inhalte ggf. erst geholt, wenn der PI schon lange ausgelöst wurde. Und immer wieder wird die Seite neubefüllt, ohne sie jedoch neu zu laden. Da wir aber in einer antiquierten Zählweise die Seiten bewerten, bleiben wir bei den alten Techniken. Beispiel: Bildergalerien, wie diese, würden sich ausnehmlich schöner machen, wenn das nächste Bild sich schon nachladen würde, während man noch eins betrachtet. Mit einem schicken Effekt könnte man von einem Bild zum nächsten überblenden. Ja, das wäre toll, schick, clean und userfreundlich. Bringt aber keine Klicks, also keine Werbeinnahmen.

Allerdings fallen noch andere wichtige Sachen unter den Tisch, zum Beispiel der Konsum von Informationen via RSS-Feeds. Und es wird ja auch immer mehr Video angeboten: das hält die User lange auf der Seite, aber produziert auch nicht wirklich viele Klicks (pro User). Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, Videofilme in Einzelteile zu zerlegen, so mit Ad und Reload dazwischen, hüstel…

Dummerweise hat noch keiner eine bessere Lösung parat. Es gibt zwar für Werbung auch andere Zahlmodelle als die zu den PI proportionalen AdImpressions: Google setzt bspw. auf CPC: Zahlung pro angeklickter Werbung. Aber solange noch fast ausschließlich auf störende Werbung gesetzt wird (also Werbung, die fast nie angeklickt wird, sondern nur gesehen werden soll) und die Webseiten anhand der PI-Zahlen verglichen werden, wird es auch so schnell nichts neues geben…

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.