Tagebuchbloggen 20/10/26

Thema: Gelebt

Vor dem Büro noch zum Bio-Bäcker, Kürbisbrot kaufen. Der Original-Bäcker hat sich leider zur Ruhe gesetzt, schon vor Jahren. Die neuen Besitzer tun seitdem alles, um mich als Kunde zu vergraulen. Z.B. bestimmte Brote nur noch an bestimmten Tagen backen. Honig-Salz-Brot also nur donnerstags, da muss man seinen Einkauf schon richtig planen. Das süße Adventsbrot gibt es auch nicht die ganze Adventszeit, sondern nur jeweils am den Adventssamstagen, unser Bäcker erzieht uns noch zu gläubigen Christen, danke, aber nein danke. Nun also das geliebte natürlich rein saisonale Kürbisbrot, nicht so ein helles wie bei anderen Bäckern, sondern dunkel und kräftig, nur wenig süß. Nein, doch nicht, ab sofort wie überall: von Vollkorn keine Spur, hell, weiß, pappig. Der Tag beginnt mit einer Enttäuschung.

Am Bahnhof rennen wieder alle durcheinander, jeder zweite Zug fällt aus, nachdem die Strecke gerade wieder nach einer Woche Vollsperrung, freigegeben wurde. Bei Ahrensburg ist ein Bauzug aus den Gleisen gesprungen (€), die Reparatur wird den ganzen Tag dauern und mir später die Rückfahrt versüßen. Mit 15 Minuten extra time in Hamburg. Was heißt, ich habe Zeit, einen Blogartikel beinahe fertig zu schreiben. Aber auch, dass ich keine Zeit habe, mir einen leckeren Kaffee zu besorgen, sondern mit der Büroplörre vorlieb nehmen muss.

Im Büro rennen dann wieder alle durcheinander, als wären sie auf dem Bahnhof. Das ist dieser tolle Büroalltag, bei dem alle wahnsinnig kreativ sein können, also alle außer mir, weil mich der Trubel völlig irre macht. Beim Videocall höre ich den lieben Kollegen neben mir dreifach: zuerst live neben mir, dann zeitverzögert via Teams und nochmal das Echo durch das Mikro des dritten Kollegen im Büro. War ein super Sprint, mehr habe ich nicht verstanden. Zum Mittag Chilli-Limetten-Tofu: ist lecker, habe aber weder Chilli noch Limetten entdecken können. Nach dem Mittag kann ich gar nicht mehr denken und lenke die anderen Kollegen stattdessen ab und erzähle Schwänke aus meiner Jugend. Alle sind sehr dankbar. Tja, back to the office, hooray!

Rückfahrt im rappelvollen Zug mit Extrahalt und Wartezeit an der Baustelle. Weil ein Zug ausgefallen ist, hatte ich Zeit noch zum Teeladen zu gehen, nun riecht es in meinem Wagen nach Blaubeer-Vanille-Tee und frischem Brot. Alle freuen sich (wirklich).

Ich höre Podcasts, zunächst LNP 563. Dann ein Zeitzeichen über Jean Jülich und die Edelweißpiraten und zuletzt eines über Ralf Baer und historische Computerspiele. In letzterem gibt der von mir hochgeschätzte Leiter des Berliner Computerspielemuseeums Matthias Oborski (@n:tropie) den Interviewpartner. Ein Lichtblick an diesem grauen Tag.

Zu spät zu Hause (danke Bahn!) bleibt gerade noch Zeit für ein schnelles Abendessen und dann einen Spaziergang in der hood mit der liebsten Spaziergängerin der Welt. Wenn wir so wenig Zeit haben nennt sie das Fütterung und Gassigehen und ich glaube das ist Sarkasmus.

Schritte heute: 15170
Strecke gesamt: 11,04km

Weitere Beiträge

Likes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Your post must include a link to this post.

How does this work?
Write a response on your own website and include a link to this post. Then submit your response’s URL here. Your response may appear here after moderation. To update or remove it, edit or delete your original post and submit the same URL again. Learn more about Webmentions.