Ich höre das Debut-Album der „Fields“ am liebsten in dunklen Novembernächten. Trockener Hall, Gitarren wie Sandstürme und Carl McCoys Stimme irgendwo zwischen Prediger und Beschwörer, „Dawnrazor“ steigt aus den Boxen als eine Mischung aus Gothic Rock und Spaghetti Western. Die Referenz ist unüberhörbar, schließlich startet das Album mit Ennio Morricones berühmten „Man with the Harmonica“ und man denkt so: „Ach, der hat Gothic Rock gemacht?“
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Preacher Man und Volcane sind die Stücke, bei denen ich jedes Mal hängen bleibe. Aus einem simplen Riff und Tony Pettitts treibendem Bass machen sie ein Ritual. Das Titelstück Dawnrazor ist das düstere Zentrum, langsam, bedrohlich und hypnotisch. Andererseits merkt man an vielen Stellen, dass Fields auf ihrem Debut noch nicht ganz fertig entwickelt sind. Carl McCoys Stimme findet nicht immer den passenden Ton zum Inhalt und ja, die Texte über Okkultes und Mythisches sind pathetisch. Aber die Band meint es ernst, und deshalb funktioniert es trotzdem. Dass Fields hier noch am Anfang stehen merkt man IMHO vor allem daran, dass sie „Preacher Man“ und „Dawnrazor“ auf dem Live-Album „Earth Inferno“ von 1991 wesentlich besser interpretieren.
Fazit: Kein Album für nebenbei, aber wer sich darauf einlässt, bekommt einen Klassiker, der nichts von seiner Düsternis verloren hat.