
Gesehen: Serien 2025
Dieses Jahr war ein tolles Jahr für Serien im TV, ich war allerdings kaum dabei. Höhö. Also es wurden durchaus gute und wichtige Serien abgeschlossen, zum Beispiel hatte Severance“ ein wirklich schönes Finale inklusive Zitat aus „Die Reifeprüfung“. Aber, die Serie startete 2022 und man hat sich für die zweite und finale Staffel drei Jahre Zeit gelassen. Ebenfalls 2022 startete „Slow Horses“, die es in diesem Jahr allerdings schon auf die fünfte Staffel brachten, eine echte Ausnahme-Serie. Gut gefallen hat mir auch „Chief of War“. Unbedingt erwähnenswert ist natürlich noch „Pluribus“. Alles Sachen, die bei AppleTV liefen, wo IMHO die besten Serien zu finden sind, auch wenn mir der wöchentliche Ausstrahlunsgmodus dort ernsthaft auf den Senkel geht.
Zwei Ereignisse in der Serienwelt haben mich in diesem Jahr allerdings hart verärgert und ich schätze, nein, ich hoffe, dass dies Auswirkungen für meinen zukünftigen Konsum haben wird. Zum einen ist es wirklich „Pluribus“, was mich gleichermaßen erfreut wie verärgert hat. Allein für die Auswahl des lateinischen Titels soll sich Vince Gilligan („Breaking Bad“, „Better Call Saul“) zwei Jahre Zeit gelassen haben. Und so ist die ganze Serie. Langsam. Laaaaaangsaaaaaam. Extrem langsam. Noch langsamer. Bei „Better Call Saul“ fand ich das Konzept noch witzig, auch wenn ich mich immer wieder in den Wirren der Story verhedderte, aber bei „Pluribus“ ist es einfach nur lang und weilig. Ich meine, ich verstehe das Konzept, aber mir gefällt es einfach nicht mehr.
Ähnlich geht es mir mit der fünften und letzten Staffel von „Stranger Things“. Die Serie wurde 2016 gestartet und soll nun neun Jahre später zum Abschluss gebracht werden, in der Serie sind in der gleichen Zeit aber nicht ganz vier Jahre vergangen. Ich habe es bei der neuen Staffel nicht durch die erste Folge geschafft[1], mit dem Rückblick konnte ich kaum etwas anfangen, die Erinnerung war schon zu verblasst, aber ich wollte auch nicht nochmal alle Vorgängerstaffeln anschauen, ich habe ja auch noch ein richtiges Leben! Entsprechend gefiel mir das Setting überhaupt nicht mehr, die gealterten Figuren, einfach alles. Netflix ist ein wahrer Meister der Verscheißigung und hat seinen ganz eigenen Stil (via, via), optimiert, möglichst viel unserer Zeit zu stehlen und uns dann zumindest kurzzeitig unterhalten zu fühlen. Danach habe ich allerdings Kopfschmerzen. Ein Teilaspekt davon ist das unendlich, kaugummihafte Auseinanderziehen von viel zu wenig Inhalt. Zuviel Inhalt wäre einerseits zu teuer zu produzieren und verstört scheinbar auch uns Nutzer*innen. Das ganze Konzept Serie, auf allen Streamingdiensten, hat sich in diese Richtung entwickelt. Und das macht mich fertig. Ich will das nicht mehr.
Was ist eigentlich gegen einen netten Film mit überschaubarer Länge einzuwenden? Werde ich nächstes Jahr mal versuchen. ;)
Fußnoten
Ebenso ging es mir übrigens bei „Wednesday“, der Hype war so unerträglich und die ersten Szenen dagegen so profan… ↩︎
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