
Gehört: Musik 2025
2025 war ein trauriges Jahr für mich, musikalisch gesehen. Ich komme schon aus Zeitgründen nicht zum Mixen im Moment. Sinnvollerweise habe ich deswegen mein DJ-Pool-Abo gekündigt, schweren Herzens. Dafür habe ich dann mehr Tracks auf Traxsource gekauft, vor allem classic house. Liegt alles ungenutzt da. Und wenn ich mich dann doch entschließe, muss ich erstmal Software und DJ System Controller updaten, das sind echte Windows-Vibes („Schalten Sie ihr Gerät nicht aus“).
So fällt der musikalische Jahresrückblick auch in diesem Jahr gewohnt kurz aus, weil es sind im Prüfungszeitraum nur zwei Vinyls zu meiner Sammlung gestoßen. Aber ich liebe beide.
Nightmares On Wax „Echo 45 Sound System“ #

Nightmares On Wax gehören für mich auf den Downbeat-Lounge-Trip-Hop-Olymp, schon immer. Erst hielt ich „Smokers Delight“ (1995) und dann „Carboot Soul“ (1999) für unschlagbar. „Echo 45 Sound System“ (2025) ist tatsächlich noch um Längen besser!
Im Video zu „Bang Bien“ sehen wir den jungen George Evelyn, wie er gerade eben jene Lautsprecherbox im Einkaufswagen durch die Gegend schiebt, die er Echo 45 nannte und die der Legende nach, den Startpunkt seiner Karriere ausmachte[1]. Das Soundsystem ist in diesem Sinne ein Downbeat-Konzeptalbum, das gleichermaßen den oldschool sound jener Zeit einfängt, dabei sozialkritische Anmerkungen am Fließband raushaut und nicht zuletzt eine ganze Reihe hochkarätiger Gäst*innen versammelt. Pures Gold, genauso wie das Vinyl.
Den Full Continious Mix gibt es auf Youtube.
Kruder & Dorfmeister „1995“ #

Es war mal wieder Ben, der mich auf dieses wichtige Release hinwies, das mir sonst durch die Lappen geganger wäre: uralter stuff von Peter Kruder und Richard Dorfmeister, 2020 endlich veröffentlicht.
Auch dieses Doppelalbum hat eine Geschichte. Es mag überraschen, aber außer der „G-Stoned EP“, mit vier Stücken, haben Kruder & Dorfmeister niemals ein eigenes Album veröffentlicht. Ihr ganzer Ruhm beruhte völlig berechtigterweise auf Mix-Compilations wie den „DJ Kicks“, „Conversions“ oder den „K&D Sessions“. 2020, nur 25 Jahre später erschien dann endlich das verlorene Album, an dem die beiden zwar immer gearbeitet hatten, dessen VÖ letztlich aber im Tourstress oder Grasdampf untergegangen war.
Das fehlte mir jedenfalls noch in der Sammlung, und dann gleich in weißem Vinyl[2]. Das komplette Album ist ebenfalls auf Youtube zu finden.
Foto: David James, gemeinfreiähnlich auf Unsplash.
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