Die unerträgliche Bräsigkeit des Armin Laschet und seiner Partei

Eins kann Merkel ja viel vorwerfen, aber immer, wenn es wirklich darauf ankam, hat sie das Heft des Handelns in die Hand genommen, Entscheidungen getroffen und regiert. In solchen Situationen hat sie sich durchgesetzt, um das richtige zu tun. Das Glanzbeispiel dafür war sicherlich die Flüchtlingskrise (als sie die Grenzen nicht schließen ließ), aber auch der Atomausstieg und natürlich am Beginn der Corona-Krise. Merkel musste sich dabei regelmäßig gegen die Bewegungsunfähigkeit und Rückwärtsgewandtheit ihrer eigenen Partei emanzipieren und nutze dabei die Gunst der Stunde, dies zu erreichen. Diese Momente waren es letztlich, die ihre Kanzlerschaft ausgemacht haben, dieses Regieren trotz der CDU, was am Ende auch ihre große Beliebtheit ausgemacht.

Armin Laschet hat dieses Format einfach nicht. Niemals wird er den Moment erkennen, an dem einerseits Geschichte geschrieben werden kann, anderseits seine Partei gegen ihren Willen bewegt werden kann, weil sie sonst nun mal in der Bewegungsunfähigkeit erstarrt bleibt. Armin Laschet ist die Personifizierung dieser Immobilität. Das zeigt sich nicht nur darin, dass er unter Druck regelmäßig die Contenance verliert und cholerisch um sich beißt („Entschuldigung, junge Frau. Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik.“), sondern das er seine Meinung zu einem Thema, zu dem Thema Klimaschutz, innerhalb eines Tages augenscheinlich dreimal ändert, ohne auch nur die geringste Tateinsicht zu zeigen. Morgens gegen zu viel Klimaschutz wettern. Mittags im Angesicht der Naturkatastrophe in dem Land, in dem er Ministerpräsident ist am Mittag mehr Klimaschutz fordern. Abends im Fernsehinterview wieder zur alten Klimaschutz kritischen Position zurückzukehren, Laschet ist sich für nichts zu schade. Im Angesicht der Katastrophe läuft er nicht zu Höchstleistungen auf, sondern zeigt, dass er zur Führung völlig unfähig ist.

Das sollten die Wähler*innen wissen, die jetzt in ihrer eigenen Bräsigkeit wie immer CDU wählen wollen, weil man sich sicher sein kann, dass dann im richtigen Moment schon das richtige passieren wird: dafür steht Laschet nicht. Er steht für das weiter so, das süße Nichtstun, und das nicht mal aus dem Glauben heraus, damit das richtige zu tun, sondern einfach aus der blanken Angst etwas falsch zu machen. Wer nichts tut, begeht auch keine Fehler, ein Grundsatz, der uns während der Pandemie einige Menschenleben gekostet hat. Und bei Laschet ist er gepaart mit der Überheblichkeit, er werde schon das richtige tun, weil sonst wäre er ja nicht Ministerpräsident/Bundeskanzler whatsoever geworden. Deckt man diese Muster auf, flippt er gleich völlig aus. So einen Menschen will niemand wählen. So einen Mann sollte niemand wählen.

Uns stehen schlimme Jahre bevor, sollte Armin Laschet von wem auch immer zum Bundeskanzler gewählt werden. Mit ihm wird sich dieses Land endgültig gar nicht mehr bewegen, schon gar nicht in Richtung der Klimaziele.