Es ist fucking 10 Jahre her heute, dass die Bewohner*innen des sogenannten Vereinigten Königsreichs sich mit 51,89% (der abgegebenen Stimmen) für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden, den sogenannten Brexit.
Dieses Kofferwort aus „Britain“ und „Exit“ begleitete uns dreieinhalb Jahre, bis nach zähen, sehr zähen und schwierigen Verhandlungen am 31.01.2020 der Austritt endlich realisiert war und die stolzen Brit*innen laut gröhlend in Richtung MAGA davon ruderten. In dieser Zeit wurde, dem Empfinden nach, vor allem von britischer Seite so ziemlich alles diplomatische Porzellan zerschlagen, das auffindbar war.
Großbritannien geriet nicht nur innerlich in einen bis heute ungelösten Streit, der Brexit wurde in Schottland vollständig in Nordirland überwiegend abgelehnt, sondern es konnte bis heute keine der übertriebenen Versprechungen eingelöst werden, die während des Referendums und im Vorfeld des tatsächlichen Exits herbeifantasiert worden waren. Was der Brexit alles sein sollte: vor allem populistische und rechtsextreme Parteien und Gruppierungen luden das Thema auf, als könne Britannia zu alter Größe der Kolonialzeit zurückkehren. Vor allem England wollte nicht nur aus der Europäischen Union austreten, sondern vielmehr eine Zeitreise unternehmen, wahlweise in die Thatcher-Ära, die fünfziger Jahre oder gleich vor den ersten Weltkrieg.
Dass das alles völliger Blödsinn war und heute noch ist, schien man allerdings nur außerhalb des Vereinigten Königreichs sehen zu können. Die Folge war, dass das große Brittanien immer mehr ins Schlingern geriet, wirtschaftlich und innenpolitisch. Als die Konservativen sich dann genug selbst zerfleischt und gleichzeitig den Karren immer weiter in den Dreck gefahren hatten, überließen sie der Labour Party die Bühne. Die nun ihrerseits den Karren aus dem Dreck zog um ihn direkt an die Wand zu fahren, oder wie man im Vereinigten Königreich singt: in einen Doppeldeckerbus zu knallen. Und so suchen die Brit*innen in zehn Jahren nach ihrem siebten Prime Minister…
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