Gestatten, „late to the party“ ist mein zweiter Vorname. Während alle schon den zweiten Band von Dirk Hesses Duologie (?) „Brandland“ lesen und rezensieren, musste ich erstmal den ersten Teil lesen: „Die Lehrerin“. Und obschon der Roman schon einige Jahre alt ist, will ich hier doch eine Rezension hinterlassen, Chronistenpflicht, Sie wissen schon.
„Die Lehrerin“ ist ein dystopischer Near-Future-Roman mit Soundtrack und der erste Teil einer Serie. Es handelt von Becca, die jenseits der gerade im Untergang begriffenen Welt, mitten im Wald eine Schule eröffnet. In ergreifenden Rückblicken lernen wir, wie es Becca in der Wald verschlagen hat und wie es in einem dystopischen Deutschland oder Europa aussieht, dass den Weg weitergegangen ist, den wir heute eingeschlagen haben: also in einem etxremen Klima, in dem in Finnland Wein angebaut wird, einer extremen Wirtschaft in dem die Firmen die Weltherrschaft übernommen haben und der Staat so weit es geht sich aus allem raushält.

Ich will gar nicht weiter spoilern. Nur eins: Wie der Roman aufgebaut ist, kann man vielleicht gut an meinem Leseverlauf ablesen. Innerhalb einer Woche habe ich gut 80% des Romans gelesen, setzte mich dann heute vormittag damit in ein Café in Lübeck und las bei einer Tasse Flat White weiter, als aus heiterem Himmel die Action einsetzte… zwei Tassen Americano und eine Flasche Wasser später hatte ich das Buch durch, Schweiß auf der Stirn (vom Kaffee natürlich!). Beim Bezahlen meint die Bedienung zu mir: „Spannendes Buch, was?!“ In der Tat.
Und macht Appetit auf mehr. Eigentlich bin ich ziemlich froh, „Die Lehrerin“ erst jetzt gelesen zu haben, ich hätte nicht drei Jahre auf „Der zweite Sommer“ warten wollen, Binger der ich bin.
Du ahnst gar nicht, wie sehr ich mich über die Vorstellung freue, wie Du in Lübeck Flat-White trinkend in einem Café sitzt in dem Rest der Lehrerin liest. Aus solchen Momenten ist das Leben gemacht.