
Blogs und KI
Das Thema begegnet mir im Feed seit Wochen immer und immer wieder und meine kleinen grauen Zellen umrunden es auch schon länger, nun kann ich es endlich in Worte fassen. Das heißt, das hat jemand anderes getan, nämlich Jochen Wegner, der Chefredakteur der kleinen Zeitung bei der ich zufällig arbeite. Er antwortete auf die Frage „Was darf eine KI bei der Zeit niemals machen?“ im Interview mit journalist.de:
Journalismus. Der Geist der KI-Regeln, die wir uns gegeben haben, lässt sich so zusammenfassen: Wir experimentieren gerne und reden offen darüber. Wir umarmen die neuen Möglichkeiten, aber es muss transparent sein. Wir erstellen keine Inhalte mit KI, die nicht klar gekennzeichnet sind. Und unser Journalismus wird im Kern von Menschen gemacht. Das wird nicht nur so bleiben, es wird in Zukunft aus meiner Sicht sogar noch wichtiger werden, um in dieser neuen Welt der denkenden Maschinen zu bestehen […]
Das sind für mich die Kernpunkte, auch beim Bloggen. Das allererste Gebot ist Transparenz. Ein Blog, mein Blog, dein Blog ist nicht DIE ZEIT, schon klar. Ich werde das nicht tun, aber wenn du entscheidest auch ganze Artikel von einem LLM erstellen lassen, kannst du das tun. Falls du meinst, das würde deiner Leser*innen oder dich irgendwie voranbringen. Aber bitte mit Hinweis! Ich will einfach wissen, mit wem oder was ich es zu tun habe. Ein Blog ist nämlich eine sehr persönliche Sache, auf beiden Seiten. Denn auch Blogs werden im Kern von Menschen gemacht! Alles andere ist Betrug.
Vom komplett generierten Artikel abwärts wird es dann immer unwichtiger, ob KI genutzt wurde: deine Bilder sind generiert, schreib‘s halt dran, ist mir egal, solange du kein Kunstblog bist. Textkorrektur, Recherche mit KI? Go for it. Alles, was nicht vorspiegelt, es sei von einem Menschen gekommen und es dann nicht ist, ist für mich erstmal in Ordnung. Muss jede*r selbst wissen.
Foto: Vitaly Gariev auf Unsplash
4 Kommentare
Thomas
Erik
Bock
Nico