
The Revenant – Der Rückkehrer
10 Jahre hat der Film nun schon auf dem Buckel, für den Leonardo DiCaprio endlich seinen verdienten Oskar bekam. Ich mag ja Western, vor allem solche, bei denen eins erst am Ende gewahr wird, dass man gerade einen Western gesehen hat.
Alejandro G. Iñárritu bekam für diesen Film den Oskar für die beste Regie, DiCaprio als bester Hauptdarsteller und Emmanuel Lubezki für die beste Kamera. Selten hat das Oskar-Komitee so richtig gelegen. Der Film ist in diesen drei Kategorien ein Meisterwerk. Die Bildgewalt und die Sprache der Bilder ist nachgerade überwältigend. Und DiCaprio, die meiste Zeit schwerverletzt und unfähig zu sprechen, grunzt und gluckert sich auf allen Vieren durch die verschneite, menschenfeindliche Berglandschaft. Das ist alles sehr beeindruckend. Allein die Filmmusik von Ryūichi Sakamoto, Alva Noto und Bryce Dessner hätte ich für einen weiteren Oskar nominiert.
Wenig preisverdächtig ist leider die Story, sie macht den Film zu einem echten Western. Und das Thema ist: Rache. Männer, die andere Männer jagen und töten, weil die wieder andere Männer gejagt und getötet haben. Frauen spielen im harten (und kalten) Westen kaum eine Rolle und schon gar keine sprechende. Und dann sind da natürlich noch die amerikanischen Ureinwohner, die sich gegenseitig töten, skalpieren was nicht bei drei auf dem Baum ist und sich höchstens einmal beschweren dürfen: den Weißen sei nicht zu trauen. Die Geschichte des Films basiert auf historischen Ereignissen, den Trapper Hugh Glass hat es wirklich gegeben. Genauso wie den Stamm der Arikaree. Für sie sind die gezeigten Ereignisse der Anfang vom Ende, denn sie lösten den ersten Feldzug der US-Armee gegen einen Plainsstamm aus.
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