The Pitt
Ich versuche eigentlich dem täglich stärker werdenden Drang auf die besseren Zeiten zurück zu schauen zu widerstehen, aber manchmal geht es nicht anders. Ich bin ja schon sehr sehr lange seriensüchtig und ich weiß im Grunde noch wie heute, wie der junge John Carter als studentischer Praktikant im County General in Chicago anfing, also im ER, dem Emergency Room. 1995 war das. Und als wären nicht inzwischen über 30 Jahre vergangen, kann ich jetzt dem guten John Carter, äh… Noah Wyle wieder dabei zusehen, wie er ins Krankenhaus zur Arbeit geht.
„The Pitt“ erinnert nicht nur auf diese Weise an den guten alten ER. Nein, es ist eine Fortsetzung nach 30 Jahren an anderer Stelle und ohne George Clooney. Na gut, sie ist vielleicht nicht ganz gleich, aber doch sehr ähnlich. Statt pro Staffel ein Jahr abzubilden, wird hier pro Staffel ein Tag in einer Notfall-Ambulanz dargestellt. Das Konzept hat so seine Tücken, denn natürlich passieren an so einem einzelnen Tag so unglaubliche viele Sachen, es ist geradezu irrsinnig: vom Amoklauf bis zum Masernausbruch ist alles dabei. Dafür ist Noah Wyle einfach Noah Wyle und das ganze Team sehr sympathisch und jede*r auf seine Art auch völlig durchgedreht. Ich glaube, was „The Pitt“ gut abbildet sind der mörderische Alltag, den junger Ärzt*innen und Pfleger*innen in einem ER durchmachen müssen, ebenso wie die Probleme und Ungerechtigkeiten des amerikanischen Gesundheitssystems, und die menschlichen Abgründe, die dort zum Alltagsgeschäft gehören.
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