Kindle Fire vs. Android Market

Wie The Verge oder GigaOM berichten, haben Nutzer des Kindle Fire, dem Ebook-Tablet-Hybriden von Amazon, keine Möglichkeit den Android Market von Google zu besuchen und dort Apps einzukaufen. Eine Datei MarketIntentProxy.apk leitet alle Aufrufe auf den Google Market auf den Amazon Marketplace um. Ein Schelm wer böses dabei denkt, aber in diesem Market kann man dann natürlich auch keine alternative Browser downloaden, mit denen ein unkontrollierte Besuch des Android Markets möglich wäre.

Damit sammelt Amazon weiteres schlechtes Karma ein, ohne Zweifel. Aber vor allem setzt der Shopriese damit Android bzw. Google extrem unter Druck. Denn dem Open-Source-Gedanken, der hinter Android stecken sollte, ist damit natürlich der Finger gezeigt. Statt für Nehmen-und-Geben hat sich Amazon vor allem fürs Nehmen entschieden.

Da bekommt man also für sein zugegeben kleines Geld nicht nur ein mieses Gerät, sondern auch gleich schmierige Finger beim Benutzen. Lecker.

9 Gedanken zu „Kindle Fire vs. Android Market“

  1. Der deutsche Gruber spricht. Das Fire ist kein Google zertifiziertes Gerät. Damit darf es den Market nicht haben. Links auf den Market laufen auf dem Gerät also ins Leere. Insofern ist es für den durchschnittlichen Benutzer ganz praktisch, dass von Webseiten, die Apps beschreiben, direkt auf einem Kauflink kommt, der auf seinem Gerät auch funktioniert.

    Alternative Browser gibt es im Amazon-Store (Opera, Dolphin etc. pp., auch ohne Device kann man das leicht recherchieren). Das hilft aber nicht, weil market://-Links natürlich trotzdem von dem Intent abgefangen werden.

    Auf dem Fire kann man aber auch ganz ohne App-Store Programme installieren. Enfach so von einer Website. Auch mit dem Fire-Browser. Das ist natürlich ein Konzept, das Apple-Predigern wahrscheinlich völlig fremd vorkommt, von dem man von normalen Computern aber vielleicht schon einmal etwas gehört hat.

    Kurz: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.

  2. Ohne Amazon verteidigen zu wollen: Ich kann’s ein bisken verstehen. Ich würde Google auch nicht vertrauen, wenn ich die wäre. Und dass sie ihren eigenen App-Store aufgebaut haben, kann man wohl als „Von Apple lernen“ abschreiben. Dunkle Zeiten,

  3. @Nico: Also wenn es eine Edit-Funktionalitaet gaebe, wuerde ich die nutzen, um den letzten Satz zu streichen. Sorry.

  4. Gruber polarisiert halt, indem er alles, wo nicht Apple draufsteht als „piece of shit“ bezeichnet.

    Vermutlich ist das Fire in Wirklichkeit ein gar nicht so ganz furchtbares Geraet, wenn man auf Tablets steht und noch keins hat, und solange Amazon die „Apps aus unbekannten Quellen“ nicht verbietet, kann ich da jedenfalls auch keine Weltverschwoerung erkennen. Offenbar ist es gar nicht mal schwierig, den Market selbst nachzuinstallieren. Wenn es den google Market gibt, wuerde der Browser uebrigens nachfragen, womit Market-Links geoeffnet werden 🙂

  5. Und als hätte man nicht schon genug, kommt nun auch noch Google mit dem eigenen Tablet, in hundert Jahren sechs Monaten. In dem Artikel wird auch nochmal ein interessanter Punkt für den Erfolg des Fire in den USA genannt: die Verfügbarkeit von Inhalten.

    So entwickelt sich laut Amazon das Fire zum Verkaufsschlager in den USA, ein auf Android basierendes Tablet mit 7-Zoll-Display, das eigentlich weniger kann als die Konkurrenz von Samsung, Motorola, Asus & Co. Es bietet aber einen entscheidenden Vorteil: Es greift auf die Multimedia-Inhalte von Amazon zu, also auf deren Film-, Serien-, Zeitschriften- und Bücherangebot – und das zu einem günstigen Preis.

    That’s the apple-way, oder nicht? 😉

  6. That’s the only way, jedenfalls wenn man Mehrwert gegenueber reinen Web-/Email-Tablets bieten will. Problematisch wird es erst, wenn man keine anderen Inhalte mehr zulaesst. Das sehe ich bei Amazon (im Moment jedenfalls) noch nicht.

    Der Grund, warum ich kein Apple-Geraet mehr besitze, obwohl ich eigentlich OS X wirklich gut finde: The Apple Way ist heute leider nicht mehr Wettbewerb durch Innovation, sondern Behinderung der Konkurrenz auf dem Justizwege.

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