iPad und der große Realitycheck

Endlich ist es soweit, morgen ist es da. Das iPad kommt. Die Verlage werden gerettet! Die Magazine finden den Weg in die Zukunft. Neue Geschäftszweige schiessen aus dem Boden. Die Welt ist der Rettung ein Stück näher gekommen.

Oder eben nicht. Vielleicht beginnt aber morgen auch der größte Realitycheck aller Zeiten, vielleicht erleben wir morgen, die kurzfristige Neuauflage der letzen Folge von Lost, das große Erwachen, der Kater danach. Vielleicht merken wir morgen, dass das iPad der teuerste digitale Bilderrahmen aller Zeiten ist.

Im Bild: der Weisheit letzter Schluss?

Wie auch immer, die grandiose – zum Großteil viral verlaufene – Kampagne der Firma Apple erreicht morgen ihren Höhepunkt, da die ersten Geräte an die Verbraucher ausgeliefert werden. Und dann werden wir, wenn das erste Herzklopfen abgeklungen ist und die Nutzer sich nicht mehr wie frisch defloriert vorkommen, sehen, ob das iPad für uns hält, was Steve Jobs versprochen hat.

Obwohl, eigentlich hat nicht nur Steve Jobs uns Versprechungen über das iPad gemacht. In den letzten Wochen hat sich um mich herum ein wahrer Pool an Heilsversprechen gebildet, von Funktionalitäten die dem Gerät zugerechnet werden bis ins Metaphysische tendierende Ideen, was man mit dem Ding alles machen können wird und wo es zu benutzen ist und wer dies tun wird und mit wessen Software. Die Erwartungshaltung ist dermaßen hochgeschraubt, das kann ja gar nicht vom iPad alleine erfüllt werden. Und so ist schon jetzt vom ersten Vertreter einer neuen Geräteklasse die Rede, oder man antizipiert schon die weitere Entwicklung der iPads, nimmt schoneinmal die Version 2 vorweg.

Dabei wird man wahrscheinlich mit der zweiten Version des iPads zwar Fotos machen können, aber wohl immer noch nicht mit Gott telefonieren können, auch wenn das heute Leute behaupten würden. Das werden die sicherlich zu hunderten erscheinenden Nachahmerprodukte bieten, die haben dann ja auch Flash.

Zusammengefasst: ab morgen wir zwar in Deutschland nicht jeder ein iPad haben, dafür aber eine Meinung dazu. Und ich bin gespannt darauf zu sehen, wie es sich denn dann wirklich entwickelt. Haben wir in zwei, drei Jahren jeder fünf Tablets – für jedes Zimmer eines, oder… werden die letzten iPads gerade auf Diskothekentoiletten zum Koks konsumieren recyclet… wir werden es wissen: demnächst.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

Ein Gedanke zu „iPad und der große Realitycheck“

  1. Dabei wird man wahrscheinlich mit der zweiten Version des iPads zwar Fotos machen können, aber wohl immer noch nicht mit Gott telefonieren können

    Dann warte ich halt auf die dritte Version.

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