
Die Warriors (1979)
Was haben die 70er Jahre Filmkultur und die New Yorker U-Bahn mit der Schlacht bei Kunaxa, 401 vor Chr. im damaligen persischen Reich zu tun? Nicht viel würde man zunächst mal meinen, gäbe es da nicht „The Warriors“ von Regisseur und Drehbuchautor Walter Hill. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sol Yurick und dieser Roman widerum basiert auf der „Anabasis“ des griechiches Generals und Autors Xenophon.
In der „Anabasis“ wird beschrieben, wie das griechische Heer, das Cyrus der Jüngere angeheuert hat um seinen Bruder Artaxerxes vom Thron zu verjagen, nach dem Tod Cyrus’ und dem knappen Überleben der oben genannten Schlacht, tausende Kilometer durch das feindliche Persien wieder zurückmaschieren muss[1].
Und das ist eigentlich auch der Plot von „The Warriors“: bei einem großen Meeting aller Gangs, die der mächtigste Gangleader Cyrus im Kampf gegen die Polizei zu einigen sucht, wird Cyrus ermordet und der Mord den „Warriors“, einer kleinen Gang aus Coney Island, in die Schuhe geschoben. Ihr Anführer wird an Ort und Stelle erschlagen, der Rest kann fliehen und muss nun quer durch das nächtliche New York den Weg zurück finden nach Hause.
Und das ist schon ein lustiges New York, nachts, Ende der Siebziger, durch das die jungen Warriors ihren Weg zurück ans Meer suchen. Im Wesentlichen ist es verlassen, dunkel, einsam, niemand traut sich auf die Straße. Was aber auch kein Wunder ist, denn dort herrschen, neben der gewalttätigen Polizei, hauptsächlich Banden in schräg-schillerndem Outfit (deren Aufzählung einiger im Trailer oben mich so verdammt an einen anderen Film erinnert). Nach Walter Hill, der uns in der Liste später nochmal mit „Driver“ beehren wird, ist New York geteilt in mindestens zwei Hemisphären: die Gangs da unten und alle anderen da oben. In der U-Bahn trifft man sich dann und man hat sich nicht nur nichts zu sagen, sondern starrt sich eher an.
„The“ oder „Die Warriors“ ist irgendwie wirklich nicht der Film, den man erwartet am Ende der Siebziger. Und ist dabei gleichzeitig so extrem Siebziger: alle Sprüche, alle Spielorte (fast vollständig Außendrehorte in New York), das Aussehen der Leute, die Farben, von 80er ist da noch keine Spur. Damals™ fiel der Streifen überall durch, obwohl er filmisch (Set, Kamera, Musik) genial ist, heute ist sowas echter Kult[2].
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