5 Platten, die ich gut fand, als ich sie kaufte, die ich aber inzwischen nicht mehr hören kann

Oh ja, the metal days, da ist wirklich nicht mehr viel von übrig geblieben. Ich kann heute mal etwas Metallica hören und vielleicht auch noch hier und da zu AC/DC mitwippen, aber die sich über Jahrzehnte wiederholende Reproduktion langhaariger, lederbejackter Zwergmännlichkeit macht mich doch heute sehr sehr müde. Da tendiere ich noch am ehesten zu den ganz frühen Pionieren, als das, wozu Metal am Ende wurde und wozu dieses Album mehr oder weniger den Grundstein legte. Und eine Sache kommt erschwerend hinzu: ich habe es stundenlang heavy rotiert seinerzeit, so dass mir beim Hören immer Textstellen aus Büchern einfallen, die ich seinerzeit gelesen habe. Das klingt lustig, aber nicht, wenn man weiß, dass es sich dabei um Romane von Johannes Mario Simmel handelte. Beispiel: 747 (Strangers in the Night).

Mehr ist mir von punk geblieben als von metal, aber nicht von The Exploited, obwohl ich mich an ein schönes Konzert im Bremer Schlachthof nicht erinnere. Wir wollten die ganze Welt beschimpfen wie Wattie Buchan es mit jedem tat, der sich eine Meinung abweichend seiner leistete, und das hat sich auch gar nicht so sehr geändert, aber mein Ton ist versöhnlicher geworden, hoffe ich. Besonders affig: die machen das heute noch!

Habe ich wirklich geliebt, als es erschien, weil ich einfach nicht hören wollte, was quasi schon aus jeder Note ins Gesicht sprang, nämlich dass sich Marillion auflösen bzw. sich von Fish trennen würden. In der Nachbetrachtung natürlich Marillions schwächstes Album, aber immer noch besser als alles, was sie danach verzapft haben. Das jedoch, bleibt für immer episch!

Die Proclaimers sind und waren das personifizierte Arbeiterlied auf Schottisch und ich würde die Platte sicherlich noch hören, wenn ich sie nicht früher so oft gehört hätte, dass ich „Saskatchewan“ sagen kann ohne zu stottern und ich jedes Mal den Horror kriege, wenn irgendwo „500 Miles“ gespielt wird. Im Grunde macht sogar mein Verein bei der Folter mit, freundlicherweise, wenn auch unbeabsichtigt, in letzter Zeit nicht mehr so oft… …but I can’t understand, why we let someone else rule our land!

Lounge war so mein Ding Ende der Neunziger und ist es bis heute geblieben, nur dieses De-Phazz Album liegt wie Blei in meinem Regal. Verglichen mit anderen Werken aus diesen Jahren ist es einfach zu einfältig, zu gleichförmig. Manchmal denke ich, da hat jemand vom Erstling „Detunized Gravity“ (yeah!) zum Chart-Erfolg „Death By Chocalate“ (boo!) dieses Album als Transition gewissermaßen geplant. Irgendwie anstrengend. Und das „hey!“ rufen nicht vergessen.
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ben_