
To the Moon
Zunächst wollte ich spotten, dass „To the Moon“ genau der Film ist, den das sich zum Faschismus neigende Amerika gerade braucht: einen verschmitzt lächelnden Rückblick auf eine bessere Zeit, als die USA noch wahre Größe zeigten und große Männer große Ziele steckten, die dann auch erreicht wurden. Der Film ist allerdings schon 2024 erschienen, bevor sich die USA das Hirn raus wählten. Trotzdem ist er genau das: ein feelgood movie für die Nation, bei dem viel Komödie und ein wenig Tragik rund um die Mondmission von Apollo 11 gestrickt wird, wobei von vorne herein klar ist, dass die Sache gut ausgeht.
Scarlet Johansson bildet dabei den schauspielerischen Mittelpunkt dieser Mischung aus „Apollo 13“ und „Mad Men“. Sie spielt eine Marketing-Spezialistin, die von einem undurchsichtigen Mitarbeiter Richard Nixons (oder der CIA?)[1] angeheuert wird, die finanziell schwächelnde Mondmission in der Öffentlichkeit wieder bekannt zu machen und die Finanzierung durch den Senat zu ermöglichen. Johansson strahlt sich dabei durch den Film, quasi in jeder Szene in eine andere Modesünde der Sechziger Jahre gehüllt. Ihre Frisurenparade nimmt dabei ebenso viel Raum ein, wie die gezeigte Raketentechnik. Und dann gibt es ja auch noch eine unglaublich moralische Backstory und die Verschwörungstheorie von der gefakten Mondlandung findet auch noch Platz. Mehr jedenfalls, als die Charakterausarbeitung des Co-Stars[2], einer der Männer, die die USA groß gemacht… ach nee, jetzt reicht es aber auch. Ende.
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