Heil. Ein deutscher Spielfilm

Weiter im eher zufällig entstandenen Themenschwerpunkt Rechtsextremismus. Vor ein paar Tagen bin ich in der Mediathek über „Heil“ gestolpert und ich war abgebrüht genug den Film anzuschauen, obwohl er wirklich schlechte Kritiken bekommen hat.

In Prittwitz, das genau auf der Grenze gleich drei ostdeutscher Bundesländer liegt, tummeln sich jede Art von Nazigruppierungen. Das liegt unter anderem daran, dass drei Landesämter des Verfassungsschutzes dort ordentlich V-Leute angeworben haben. Als nun Sebastian Klein, Sohn eines afrikanischen Vaters und einer deutschen Mutter und berühmter Bestsellerautor, zu einer Lesung in den Ort kommt, durch einen Schlag auf den Kopf sein Gedächtnis verliert und nun alles was ihm vorgesagt wird nachplappert, erkennt. Naziparteichef Sven, dass seine große Stunde gekommen ist.

Der Film versucht, witzig zu sein. Was bei dem Thema logischerweise nicht ganz ungefährlich ist. Der Witz an der Sache ist aber immer der gleiche: Alle sind, wie man sich das vorstellt und dazu noch vollkommen doof. Nazis sind also voll rechts und radikal sowie dumm wie Bohnenstroh. Polizei, Justiz und Behörden sind auf dem rechten Auge blind und dümmer als die Polizei erlaubt. Die Linken sind einfach total soft, sprechen wie der Maddien und zerdiskutieren alles und jeden und dabei natürlich blöd wie Sauerteigbrot. Und so weiter und so weiter. Nein, Moment! Sebastian der Schriftsteller ist voll nett und intelligent, aber der kriegt dann ja eins mit der Baseballkeule verpasst und ist dann auch… ach, es ist zum Weinen.

Regisseur, Drehbuchautor und Komponist der Filmmusik Dietrich Brüggemann zeigt uns die Republik, wie sie wäre, wenn alle Klischees stimmen würden. Und alle komplett dumm wären. Ersteres soll uns wahrscheinlich den Spiegel vorhalten, letzteres soll womöglich witzig sein. Brüggemann versucht eine Satire aufzuziehen, bedient sich dabei aber eines Humors im Stile von „Nonstop Nonsens“ oder „Zwei Nasen tanken Super“. Leider funktioniert das so überhaupt nicht.

Hinzu kommt die völlig fadenscheinige und unschlüssige Story, bis der Plot am Ende den Heldentod stirbt. Wirklich ein ärgerlicher Film, der es nicht wert ist, ihn sich anzusehen für die paar Lacher. Zum Glück läuft er nur noch bis zum 31. Juli in der ARD-Mediathek.