Infiltration

Der Originaltitel dieser Krieg-der-Welten-yet-again Science-Fiction-Serie auf Apple TV+ lautet „Invasion”. Bei der traditionellen Schusseligkeit deutscher Nicht-Titelübersetzungen muss sich unsereins jetzt natürlich fragen, ob die Serie nun Infiltration (deutsch, wie Kaffeefilter) oder wieder englisch Infiltration heisst und was das dann soll. Ist natürlich auch irgendwie egal. So wie diese Serie.

Weil… haben wir natürlich alles schon gesehen: die Außerirdischen kommen und wenn sie kommen, da können wir uns sicher sein, dann wollen sie uns alle auffressen. In Stücke schneiden. Anschreien, dass uns die Köpfe explodieren. In uns hinein krabbeln und fernsteuern, das ganze Gedöns. Vom Orson Welles Klassiker, über Die Körperfresser kommen, bis zu Mars Attacks!, alles schon irgendwie da gewesen. Maximal pessimistisch, maximale Machtlosigkeit. Menschen: komplett unterlegen… bis auf das Militär natürlich, das Militär und die amerikanische Präsidentin (!) ebenso natürlich, setzen wie immer auf Atomraketen. Jeder die-Erde-wird-von-Aliens-angegriffen Streifen braucht Atomraketen. Es geht nicht ohne.

Eine Alieninvasion wird aus der Perspektive verschiedener Menschen auf unterschiedlichen Kontinenten dargestellt.

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Es gibt aber auch gute Dinge in Infiltration. Echtzeit zum Beispiel. Und echte Protagonisten, die Katastrophe findet zumeist nur im Off oder Hintergrund statt, während vorn im Bild echte Menschen echte Probleme haben und lösen. Zumindest anfangs… Der beinahe verrentete Sheriff (Sam Neill, u.a. Jurassic Park, Peaky Blinders) einer Kleinstadt, die Schulklasse aus London, die betrogene Ehegattin und ihr dussliger Gatte in New York, der Soldat in Afghanistan und vor allem die japanische Funktechnikerin. Sie alle werden eingeführt als ganz normale Menschen, die um ihr Leben kämpfen, während im Hintergrund die Welt explodiert, Feuer vom Himmel fällt, die Erde untergeht. Aber sie alle, vom Sheriff vielleicht mal abgesehen, entwickeln sich zu wahren Superheld:innen. Dabei kommt Infiltration aber in zehn Folgen nicht auf den Punkt. Schon Folge eins gibt sich ausschließlich der Vorstellung des Personals hin, um dann am Beginn von Folge zwei… noch weitere neue Charaktere einzuführen. Und dann und das ist wirklich, wirklich, wirklich das größte Verbrechen, und dann zeigt die Serie die Aliens auch noch und sie sehen so verdammt scheiße aus. Einfach unglaublich.

Einziges Highlight: David Bowie. Und der konnte sich gegen die Vereinnahmung nicht mehr zur Wehr setzen.