Sturmschaden

In unserer Straße ist ein Baum dem Sturm zum Opfer gefallen. Ein vergleichsweise kleiner Baum. Die ganze Straße ist gesäumt von alten, riesigen Linden und Pappeln und Eichen, denen konnte der Sturm nichts anhaben. Aber diesen kleinen Baum, den hat es zerlegt: die Spitze ist abgebrochen und auf den Asphalt gefallen. Nicht mal genug um die Straße zu sperren, die Leute konnten einfach drum herum gehen. War nur ein kleiner Baum.

Der kleine Baum stand auf einem Stück Niemansland zwischen dem Düker, der Brücke über denselben und den Gärten, die an den Düker grenzen. Ein kleines Dreieck Land, das niemand pflegt und niemand gießt oder zurückschneidet. Niemand fühlt sich dafür zuständig. Ein altes verrottetes Fahrad, das jemand aus dem Düker gezogen hat, liegt da und rostet weiter. Viel Müll sammelt sich in den Büschen, weil davor stehen Papier- und Glascontainer. Dort stand der kleine Baum. Hat sich emporgearbeitet aus dem Dreck. Und jetzt ist das obere Drittel einfach abgebrochen. Wegrasiert von eine Böe von West, die den Düker hinunter gekommen ist.

Ich bin wie dieser Baum.