Kaffee, schon wieder

Kaffee am morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Während sich andere Kollegen morgens schon Würfelmilch antun, stehe ich doch mehr auf eine gute Tasse Kaffee und mit derselben auf. Meine neueste Errungenschaft ist ein netter Senseonachbau, den ich beim Penny für schlappe 19 Euronen geschossen habe. Na sicher, Kaffeepad-Maschinen sind natürlich längst out und ich hätte auch niemals mehr als einen Zwanziger darin investiert, schließlich schmückt eine kleine Espressomaschine meine Küchenbar. Aber die Sache mit den Pads hat etwas, dass die Expressomaschine nicht bieten kann: Geschindigkeit und Bedienbarkeit. Es ist einfach eine Spur komfortabler, einen Pad in die Maschine zu legen, so zwischen Badezimmer und Anziehen und sich dann kurz danach mit einem leckeren Kaffee Crema an den Rechner zu setzen, anstatt mit dem Hochdruckkaffeebereiter die ganze Nachbarschaft zu wecken und dann womöglich noch Milch aufzuschäumen etc.

Geschmacklich kommen mir die Original-Senseo-Pads sehr entgegen. Die haben zwar ihren Preis (umgerechnet komme ich auf 16 – 24 Cent pro Tasse, je nach Angebot), kommen aber von der holländischen Firma DouweEgberts, deren Kaffee ich schon von meinen niederländischen Verwandten kannte (und schätze) und mit der ich einige wunderschöne Kindheitserinnerungen verknüpfe – in Holland vertreiben DouweEgberts nämlich auch wunderbare Süßigkeiten, namentlich Frucht- und Lakritzdrops, die es hier bis heute nicht oder nur selten zu kaufen gibt.

Mein Nachbau produziert Kaffee in den Variationen stark, sehr stark oder zwei Tassen (auch stark). Fürchterlich abgefahren bin ich auf diese Pads mit der sinnlosen Bezichnung „Sidney“, die mit Limonen aromatisierten Kaffee enthalten, was wirklich ausgesprochen gut schmeckt und die möglicherweise dahintersteckende Chemie vergessen lässt. Der neuerdings angebotene Cappuchino ist allerdings für die Tonne, da kann ich nur abraten. Da sollte man lieber wieder selbst zum Aufschäumer greifen.

Das Testergebnis gesamt: es ist eine seltsame Sache, Kaffee in vorgefertigten Portionen zu benutzen, das hat schon etwas industrielles und ist eigentlich nichts für den ökologisch verantwortungsvollen Genießer. Der Geschmack allerdings entschädigt das schlechte Gewissen umgehend. Und das ist mir – Asche auf mein Haupt – morgends zumindest am wichtigsten. Falls jemand bei Penny den Nachbau noch kriegen kann, funktioniert tadellos und lohnt sich. Die dazu angebotenen Kaffeepads von No Name sollte man allerdings direkt dem Kompost zuführen. So geil ist Geiz dann doch nicht.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.