Jassir Arafat ist tot

Selten ist der langsame und schwierige Todeskampf eines Menschen so in die Medien getragen, wie bei Jassir Arafat. Heute morgen um 3.30 Uhr war es dann endgültig vorbei, der Palästinenserpräsident Arafat ist tot.

Ob nun gewollt oder nicht, Arafat tat bis zu seinem letzten Atemzug das, was er beinahe sein ganzes Leben tat, er beschäftigte Medien und Politiker gleichermaßen. Arafat, dem 1994 zusammen mit Shimon Peres und Jizhak Rabin der Friedensnobelpreis verliehen wurde, war 1959 Mitbegründer Organisation zur Befreiung Palästinas (Al-Fatah), seit 1969 Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. In dieser Funktion war er zeitweise einer der Mächtigen in der arabischen Welt, immer auch Verfolgter durch den israelischen Staat. Seit 1970 lebte er im Exil und kehrte erst 1994 in Folge des Autonomieabkommens nach Palästina zurück. Das palästinensische Volk führte in dieser Zeit einen langen bewaffneten Kampf gegen die Israelis, um die Anerkennung eines eigenen Staates, 1993 wandte sich Arafat jedoch einer friedlichen Lösung zu, dessen Folge die vorläufige Einigung mit Israel und das Autonomieabkommen waren. Nachdem aber 2000 die Verhandlungen von Camp David scheiterten flammte der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern wieder auf, wahrscheinlich schlimmer als je zuvor und bis heute anhaltend. Seit 2001 lebte Arafat, inzwischen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, unter Hausarrest in seinem Hauptquatier in Ramallah, wo er auch begraben werden wird (nach moslemischen Gesetz innerhalb von 24 Stunden nach seinem Tod), die Trauerfeier wird in Kairo, Ägypten stattfinden.

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Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.