Google Suche Plus

Mit seinen neuen Features für die Suche hat Google für ordentlich Aufsehen gesorgt. Und für reichlich Kritik ebenfalls. Aber zunächst der Werbeblock:

In der Kritik steht vor allem die Frage im Vordergrund, ob Google sein eigenes social network über Gebühr bevorteilt. Ganz klar: Suchergebnisse werden in Zukunft nicht von und mit Inhalten von Twitter oder Facebook angereichert, sondern eben mit jenen aus Google+.

Das an sich kann man ja schon mal kritisieren. Wenn ich etwas suche, will ich die besten Inhalte finden. OK, es besteht die Möglichkeit, dass diese Inhalte in Google+ zu finden sind und genau dann möchte ich sie auch als Ergebnis präsentiert bekommen. Nur, in den anderen 80% der Fälle will ich davon nichts wissen. Wenn es einen besseren Inhalt auf (davor möge uns der Himmel schützen) Facebook gäbe, wollte ich den sehen und zwar ganz oben in der Liste. Gleiches gilt natürlich für alle anderen Dienste und Communities.

Ob Google damit nun die anderen social networks unter Druck setzen will ist mir eigentlich erst mal egal. Die haben selbst genug getan, um ihrerseits mindestens die Weltherrschaft an sich zu reissen. Wichtig ist für mich vielmehr die Information, dass Google an dieser Stelle nicht mehr versucht den besten Content, den passenden Content für mich zu finden. Die Maschine sagt:

Das ist der beste Content hier. Aber über die sieben Bergen, bei den sieben anderen social networks gibt’s noch viel besseren Content als hier.

TL;DR: Ich persönlich bin mir im ganzen gar nicht so sicher, dass der beste Content überhaupt in oder durch die social networks zu finden ist, aber so ist nun einmal die Mode zur Zeit. Sicher bin ich mir aber, dass Googles Suche zum ersten Mal nicht besser, sondern schlechter wird.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

11 Gedanken zu „Google Suche Plus“

  1. Gibt es überhaupt Content auf Facebook? Bei Facebook-Links kriege ich immer nur eine Login-Seite…

  2. Damit das wie gefordert funktioniert, müsste man google also Zugriff auf seine persönlichen Twitter- / Facebook / whatever-Accounts gewähren, damit google auch dort suchen und Treffer anzeigen kann? Wäre der Aufschrei nicht noch größer, wenn google das implementieren würde?

  3. Definitv. Laut Eric Schmidt sollen gleich FB, Twitter etc. direkt die Daten zur Verfügung stellen. Der hätte zumindest keinerlei Bedenken von wegen persönlich etc. Da sind sich die Betreiber sozialer Netzdinger einig: der aggregierte „Content“ ist ihrer.

  4. Ich nutze seit einiger fast exklusiv DuckDuckGo. Das ist vor allem wegen seiner !Bang-Syntax super, weil ich von DDG aus praktisch alle relevanten Suchmaschinen, Wikis, Wörterbücher usw. ohne Mausklicks erreiche.

    Sehr schön ist die Rezeptsuche (Zutat + Zutat + Zutat = passende Rezepte), und die Zero-Click-Infos sind meist sehr schlau. Nachteil: für rein deutschsprachige Suchen noch nicht so ganz treffsicher.

    https://duckduckgo.com/?q=age+of+obama
    https://duckduckgo.com/?q=lentil+rice
    https://duckduckgo.com/?q=larry+page

    Sorry für diesen Werbekommentar. Ich mag’s eben.

  5. Das ist pure Konditionierung, kenn ich. Oder hast du echte, stichhaltige, nachprüfbare Evidenz? 😉

    Bin schon andersrum konditioniert. Will auf Fremdrechnern ständig !w in Google eintippen.

  6. Den besten Content konnte Google doch eh nie garantieren. SOndern nur den populärsten Content oder den, um den der größte Marketing/SEO-Bohei gemacht wurde.

  7. Das ist aber nicht das, sorry, Gefühl, dass man mit Google verbunden hat. Steven Levy schreibt das so:

    But there is a risk to proceeding on this path. The company has spent its entire corporate life protecting the integrity of its search product. When writing In the Plex, I learned that the secret behind Google’s somewhat bland design was that if Google looked like it was designed by a machine, users would implicitly understand that Google search itself was unpolluted by strong opinions. Google meticulously positioned its flagship product as a neutral judge of what was relevant to the user.

    Via.

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