Apple App Zensoren

Die Geschichten um abgelehnte Iphone-Apps im Apple Appstore werden immer gruseliger. Die derzeit Übelste hat John Gruber ausgegraben, hier geht es mal nicht darum, dass das Programm Iphone Funktionalität nachahmt, sondern um knallharte, offensichtlich willkürliche Zensur.

Apple requires you to be 17 years or older to purchase a censored dictionary that omits half the words Steve Jobs uses every day.

Was mir bei all den Stories der letzten Wochen auffällt: obwohl nach der Ablehnung von den Autoren oft eine große Öfentlichkeit hergestellt wird, hat das doch überhaupt keine Auswirkung. Dabei gehen, soweit ich das sehe, die alemeisten Entwickler erst in allerletzter Konsequenz und nach endgültiger Ablehnung an die Öffentlichkeit. Bis dahin wurde die Apps schon x-mal bei Apple vorgelegt, verändert, angepasst.

Apps für das Iphone zu entwickeln heisst dieser Tage offensichtlich, ein großes finanzielles Risiko einzugehen, mindestens aber sich der Gefahr auszuliefern, mit einem mehr oder weniger diktatorischen System in Berührung zu kommen. Das wäre nichts für mich.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

7 Gedanken zu „Apple App Zensoren“

  1. Hihi, genau das Zitat wollte ich vorhin auch schon bloggen (twittern) — es trifft einfach genau den Kern der Sache 🙂

    Apps für das Iphone zu entwickeln heisst dieser Tage offensichtlich, ein großes finanzielles Risiko einzugehen

    Das ist es. Ein Business auf Basis eines iPhone-Apps zu aufzubauen grenzt schon fast an wirtschaftlichem Harakiri. Ich kann doch nicht 10,20,30.000 Euro in die Entwicklung von einem App stecken um dann nachher aus Willkür rejected zu werden.

    Aber das ist halt Apple: friss oder stirb.

  2. der grund warum ich apple nicht mag (abgesehen von der herausragend restriktiven produkt-politik — verstößt ja buchstäblich schon gegen die lizenzbestimmungen, os x auf günstiger hardware zu installieren) ist, dass es sich um ein ENTERTAINMENT-unternehmen handelt.

    auf apple-hardware ein wörterbuch rauszubringen ist imho so sinnvoll wie im freizeitpark essen zu gehen … kann man machen … muss man nich …

  3. @tolki: Dem kann ich nun wirklich nicht zustimmen. Ich nutze ein gutes dutzend Apps, die rein gar nichts mit Entertainment, sondern mit Produktivität, Informationsbeschaffung & co. zu tun haben (von den ganzen Sozial-Web2-Apps mal abgesehen). YouTube habe ich noch _nie_ auf dem iPhone genutzt und ich habe keinen einzigen Song auf dem Gerät.

    Von einem „Entertainment-Unternehmen“ kann also wirklich nicht die Rede sein. Das OS X nicht unter „Entertainment“ fällt, dürfte doch wohl niemand abstreiten — oder doch?

  4. Hmmm… mein Iphone ist voll mit Games, Videos und Mucke. Ob Apple aber deswegen gleich ein Entertainment Unternehmen ist… ich bezweifle das mal.

  5. Ach. Ich mag mich gar nicht darüber aufregen. Ja. Klar wäre das eine bessere Welt in der Apple alle Apps in den Store durchwinkt. Das würde mir auch gefallen. Und klar ist das Risiko nicht gering. Die Chancen sind dafür aber auch nicht schlecht. Ich glaube, dass es noch nie so einfach war mit Anwendungen Geld zu verdienen, wenn die App erstmal im Store ist.

    Ich bring mal eine Alte-Welt-Metapher: Ich bekomme ja auch nicht in jeder Kneipe jedes Bier und jeden Whisyky. Da entscheidet der Kneiper. Und wenn ich Pech habe, gibt’s da nächste Woche meinen Lieblingsfusel nicht mehr. Da schreit auch keiner „Zensur“.

  6. @ben, der Fall liegt ja ein wenig anders. Dein Kneipier hat mit dem Whiskeyhersteller verhandelt, ob er den Whiskey verkaufen soll und sich darüber beschwert, dass er nicht süss genug sei und zu sehr nach Eichenfässern schmecken tät. Daruafhin hat der Hersteller Zucker in den Whiskey gepanscht, aber auch das hat Deinem Kneipier nicht gereicht. So ging das noch einige Male hin- und her… und am Ende war der Whiskeyhersteller dann pleite, weil es um die einzige Kneipe im ganzen Scheissuniversum ging. 😉

    … Dein Iphone noch nicht da? 😀

  7. Also in Kneipen geht es ja noch deutlich anders her. Da läßt man sich Kühlschränke, Lampen und Einrichtungsgegenstände vom Getränkelieferanten schenken und kündigt hinterher trotzdem den Vertrag.

    Dass mit der einzigen Kneipe im ganzen Scheissuniversum ist so eine Sache. Das gilt ja nur, wenn man das Iphone als Universum aller Entwickler betrachtet. Wenn dem so ist, hat man sich als Entwickler aber dafür entschieden, in einer Welt zu leben in der es nur einen Gott gibt und der heißt Apple.

    So oder so: Wie schon gesagt, mir ist die Aufregung darüber ein wenig fremd. Klar ich mag die Apps, die ich gekauft habe, sind ja auch ein paar. Aber das macht für mich nicht das Iphone aus. Für mich wäre es immer noch ein ganzes Produkt und sein Geld wert, wenn es keinen App-Store gäbe. Deswegen verstehe ich das ganze Geschrei nicht.

    … und nein, es läßt noch auf sich warten.

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