Verlage und Internet, hier und dort

Thema:
Verhältnisse sind das in der Schweiz, kopfschüttel…

Obwohl die informationarchitects.ch wie .jp ja durchaus auf Verlage als Kunden angewiesen scheinen, nehmen sie sich eher selten in ihrer Kritik am Gebahren der Verlage zurück. Find’ ich super.

Dass die Situation in der Schweiz und in Deutschland eine ähnliche sind, zeigt dieser Artikel aus dem Schweizer IA-Büro. Kommt einem alles bekannt vor:

Internetprojekte werden in den Verlagen noch heute vorwiegend als Fremdkörper betrachtet, kleinere Projekte werden mehr geduldet als wirklich getragen und grössere Projekte werden als Angstgegner vom etablierten Geschäft abgekapselt. Die Printprodukte linken nach wie vor nur widerwillig auf ihre Online-Pendants, online wird mit dem beschämenden Namenszusatz „-online“ und reduzierten Anforderungen an das Personal gearbeitet.

Spannenderweise greift man dann aber zu einem gar nicht so schweizerischen Beispiel:

Zwischen Print und Online besteht ein Konkurrenzverhältnis. Wenn der Zeit-Chefredaktor Giovanni di Lorenzo sagt „Bedenke, dass du mit jeder Aufwertung deiner Online-Redaktion die Auflage schwächst“, argumentiert er geschickt für den Distributionsweg, mit dem er aus nicht ganz offensichtlichen Gründen seine berufliche Identität verbindet. Ein Verlagsmanager sollte anders denken: „Bedenke, dass Du mit jedem Tag, an dem Du eine minderwertige Website online hast, dem Ansehen Deines Produktes schadest.“

Und hier überhöre ich mal die Anspielung auf unsere Sidebar, die Analyse ist ja richtig:

Auch Websites zu Printprodukten müssen mediengerecht und interaktiv sein. Epapers und lustige Flashanimationen der Printcovers gehören nicht in diese Kategorie. Wenn man aber etwas weniger nahe am angestammten Distributionsweg und näher am Produkt denkt, dessen Stärke es ins Web zu transferieren gilt, wird man ein auch für den Printkanal bereicherndes „Best of Both Sides“ finden, ohne gleich „so etwas wie Youtube“, „wie Google“, oder „so etwas wie Facebook“ andenken zu müssen.

Schön, wenn solche Ansichten in die Verlage getragen werden. Nun gut, sie müssten noch gehört werden. Zumeist rennt man ja offene Türen ein, bei denen, die auch in den Verlagen mitzudenken bereit sind.

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