Liebe linklose Kollegen

Liebe Kollegen, für den Fall, dass das noch nicht verstanden wurde: Links sind sowohl die Währung des Internets als auch die beste Möglichkeit Service zu bieten. Die Blogger. gnadenlose Viellinker by design, sind sich einig: auf Nachrichtenwebsites wird zu wenig verlinkt.

Da verlinken an sich eine genauso einfache, wie leicht einsehbare Technik ist, scheint das daran zu liegen, dass ihr immer noch in einer Welt aus Papier und Druckerschwärze lebt, in der nicht verlinkt werden konnte. Gewöhnt euch aber lieber an das neue Ding, das Internet heisst, es soll euer Schaden nicht sein.

Hier ein paar Beispiele, in der man als Papierjournalist keinen Link gesetzt hat, man heute aber lieber einen Link setzen sollte:

  • Beim Zitat aus dem Netz. Immer wenn ihr Zitate bringt, die Redewendungen wie »…schrieb XYZ online…«, oder »…wie auf der Website von Z nachzulesen war…« dann müsst ihr einen Link setzen. Na klar, ihr seit es gewöhnt, das man euch glaubt, wenn ihr eine Zitatquelle angebt, aber eins müsst ihr euch merken: im Netz kann jeder alles sagen. Es besteht keine Per-Se-Glaubwürdigkeit via gedrucktem Papier mehr. Wer eine Quelle verlinken kann, der zeigt, dass es diese Quelle gibt. Und er bietet sie dem Leser – als Service sozusagen – zum weiterem Studium an. Ihr müsst aber nicht in Angst erstarren, dass ihr nach dem Link keine Leser mehr habt: nur seh wenige wollen wirklich die Presseerklärung eines Landwirtschaftministeraldirektors Z nachlesen, aber man will es können.

  • Bei Namen, Organisationen oder ausgefallene Orte angebt. Wieder herrscht hier der reine Servicegedanke: warum muss ein Leser, der einen Stimmungsbericht über den G8-Gipfel bei Euch liest erst die Wikipedia befragen, um herauszufinden, wo der Veranstaltungsort liegt? Warum muss man Politikernamen erst googlen? Wenn ein Interesse an euren Inhalten besteht, kann man mit ein paar Links auch gleich das Interesse nach weiteren Inhalten befriedigen und hat am Ende das Gefühl »die haben mir alles gesagt« auf seiner Seite und überlässt es nicht Google.

  • Wenn die Geschichte noch weitergeht. Das müsst ihr doch zugeben, eure Stories sind immer nur ein kleiner Ausschnit aus einem großen Ganzen. Es ist einfach nicht der Platz da, alles bis aufs letzte auszuwalzen. Mit einigen geschickt gesetzten Links allerdings, kann man die Story weiterlaufen lassen, kann Informationen, die nicht mehr in der Artikel passten vermitteln. Der interessierte Leser wird dem Link dankbar folgen und später befriedigt zurückkehren.

  • Zu allem dem könnt ihr fleißig Kompetenz zeigen. Das will man doch.

Das ist überhaupt der ganze Gedanke hinter der Linkerei: man gibt dem Leser das Gefühl, gut informiert worden zu sein, selbst etwas herausgefunden zu haben und vor allem selbst entschieden zu haben, all dies zu tun. Links setzen bedeutet Selbstbewußtsein zu demonstrieren: »Du kommst schon wieder«.

Und noch etwas dazu: wenn ihr denn Links setzt, dann verzichtet auch gleich auf target:_blank, denn der bewusste Surfer, denn wir hier ansprechen wollen, weiss sehr genau, wie entweder zu deinem Artikel zurückkommt, oder eben selbst einen neuen Tab öffnet.

Klar, das alles trifft vielleicht nicht auf die ungeübte Oma zu, die zum erstenmal einen Artikel nicht auf Papier sondern im Netz liest. Aber die wird den Link auch gar nicht klicken… Was ihr dort ansprecht sind die elaborierten Leserkreise im Netz. Und an die wollt ihr doch ran, oder?!

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.