
Wohnen im Industriegebiet
Ich musste heute einige Zeit in einem Industriegebiet parkend auf die beste Lebenspartnerin aller Zeiten warten, da fiel mir an der Rückseite eines mittelständischen Fachbetriebs für Saunaeinbauten eine kleine Tür auf, die einen Weg versperrte, der hinter die Blechhalle führte. Der Weg führte zu einer Haustür, die in die Rückseite der Halle eingebaut war, daneben Fenster, dekoriert mit Frühlingsdekoration. Ganz offensichtlich war dort in die Halle eine Wohnung quasi eingebaut. Da wohnte jemand, womöglich der Chef des Saunabetriebs oder auch nur sein Hausmeister oder Nachtwächter, mitten im Industriegebiet, zwischen Autowerkstätten, Tiernahrungsspezialhandlungen und Selfstoragedingens.
Tatsächlich kenne ich diese Situation ganz gut: als ich meine „Karriere“ als Webentwickler startete, mit einem Praktikum bei blogg.de, wohnte ich übergangsweise bei meinen Eltern in Lübeck. Mein Vater der alte Seebär hatte als Landjob die technische Leitung einer Wäscherei übernommen und im Job mit drin war die Werkswohnung auf dem Werksgelände. Die Wohnung war ein diesem Fall eine zweistöckiges Wohnhaus aus den 70er Jahren, das im hinteren Teil des Werksgeländes, versteckt hinter der Werkshalle, vor sich hin rottete. Das Haus war von innen toll, die Stimmung war aber immer irgendwie industriell?! Auf einem Werksgelände wohnen fühlt sich falsch an. Vor allem wenn rechts nebenan eine Diskothek liegt und in der Halle auf dem rückwärtigen Grundstück Zirkustiger ihr Winterquartier bezogen haben. Wer nie vom wummernden Bass einer Mallorca-Party vom Schlafen abgehalten und vom Fauchen einer rolligen Tigerdame geweckt wurde, weiß nicht was echter Horror ist.
Und darum rate ich von Wohnraum in Industriegebieten kategorisch ab.
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Thomas