Im Namen der Autoindustrie

Es ist so leicht auf die FDP und speziell Christian Lindner zu schimpfen. Eben drum…

Ablehnend äußerte [Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP)] sich zu Forderungen, dass es für Tankrabatt und 9-Euro-Ticket im September Anschlussregeln geben sollte. Mit dem 9-Euro-Ticket sei auch die wichtige Wirkung des Preissignals aufgehoben worden. „Schritte in Richtung des kostenfreien ÖPNV sind kritisch, weil Knappheiten dann nicht über den Preis gesteuert werden können.“ Es bestünde die Gefahr, dass ohne Preise Kapazitäten unnötig und übermäßig genutzt würden.

heise.de

Ist schon geil, wenn das Volk komplett verbohrte Volldeppen in die Regierung wählt. Was sich aber das Duo Wissing („Verkehrsminister der Autofahrer“) und Lindner seit Amtsantritt abliefern, ist wirklich hanebüchen. Eine Gefahr darin zu sehen, Menschen könnten den ÖPNV nutzen („unnötig und übermäßig“) ist schon ein starkes Stück. Ja, statt was eigentlich? Statt unnötig und übermäßig mit dem Auto zu fahren? Erst wird die Bahn, zugunsten eines nie stattgefundenen Börsenganges, komplett herabgewirtschaftet. Und dann wird diese künstlich herbeigeführte Knappheit als Ausrede gegen einen (weitestgehend) kostenfreien ÖPNV herangezogen. Von hinten durch die Brust ins Auge. Und gleichzeitig auf EU-Ebene mit dem ewigen Geisterbild sogenannter E-Fuels gegen die Abschaffung des Verbrenner-Autos Politik machen. Na ja, zumindest tarnen sich unsere Regierungsmitglieder der Autoindustrie nicht sonderlich bei ihrer Klientelpolitik. Man(n) ist ja selbst Porschefahrer und Sylt-Stammtourist, stimmt’s Herr Lindner?