Das macht doch nichts, das merkt doch keiner

Hans Scheibner ist tot. Der Satiriker, Kabarettist und Liedermacher aus Hamburg war stets umstritten, den Konservativen war er zu links, den Linken zu konservativ, dabei war Hans Scheibner primär eins: konsequent. Selten bis nie ruderte er nach einem der von ihm zahlreich verursachten „Eklats“ wieder zurück und sorgte so für mehr als einen Knick in seiner langen Karriere. Ich finde das bewundernswert.

Zunächst hatte ich Scheibner vor allem als Kabarettist in Erinnerung, beispielsweise von seiner Sendung „scheibnerweise“ in der ARD, musste allerdings während der Recherche feststellen, dass Scheibner auch musikalisch, vorrangig in den 70er-Jahren sehr erfolgreich war. Er schrieb für Gottfried & Lonzo deren Hit „Hamburg ’75“, darf also zum Dunstkreis der legendären Hamburger Szene und dem Onkel Pö gezählt werden. In den musikalischen Kanon meiner Großeltern schlich sich Scheibner allerdings als Autor von Nico Haaks „Schmidtchen Schleicher“ (Vorsicht, das sind sie Siebziger: auf eigene Gefahr!), während in meinem Elternhaus eher „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner“ geträllert wurde. In dem verlinkten Video beachtet mal die versteinerten Minen des Publikums, und Scheibners Abgang am Ende des Liedes, das ist Hans Scheibner in a nutshell sozusagen.

Foto: Milchert, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons