Thorup Strand

Thorup Strand im Herbst ist nicht das idyllische Fischerdorf, wie es der Katalog und die Fotos von den am Strand liegenden Fischerbooten uns weiß machen wollen. Trotzdem fahre ich immer wieder dort hin.

Am Kiesstrand von Thorup hat eins bei gutem Wetter einen hervorragenden Blick über den schöneren Teil der Jammerbucht, zwischen dem Bulbjerg im Westen und den Svinkløvene im Osten. Die hügelige Landschaft, geformt von den Eiszeiten, ist geprägt durch die entlang der Küste aufgereihten „Klitplantagen“, angelegte Küstenwälder und -heiden, die der Verödung durch Flugsand entgegenwirken.

In Thorup Strand wird auch beute noch Strandfischerei betrieben, d. h. die Fischerboote haben keinen Hafen, sondern werden vom Strand aus zu Wasser gelassen und nach der Fahrt an denselben zurück gezogen. Heute erledigen das Trecker, Bulldozer und Zugmaschinen, in früheren Zeiten gab es dafür in Häuschen fest installierte Zuganlagen und davor hat man wohl Pferde benutzt. Diese Nutzung des Strandes hat ebendiesen und damit das Bild des Ortes geprägt: rund um die am Strand liegenden, zum Teil intakten, zum Teil aber schon abgewrackten Fischerboote, steht und liegt ein Sammelsurium aus kaputten und verrosteten Zugmaschinen oder Teilen davon, alten Containern, verrottenden Netzen und anderen Abfällen. Nur noch wenige Thorupper:innen können sich vom Fischfang ernähren in einer Zeit der Flottenfischerei und Fangquoten und die, die aufgegeben haben, scheinen einfach alles liegen gelassen zu haben. Für einen Küstenjungen und Seemann-Sohn wie mich hat das ja einen gewissen Charme, für die Tagesgäste, die hier für ein Foto und einen Teller „Stjerneskud“ im „Fiskehus“ anreisen, aber meist der Grund, schnell wieder zu verschwinden.

Dabei hat Thorup ein kleines, aber feines Ferienhausgebiet, wo eins in den typischen luxuriösen Ferienhäusern auch längere Urlaube zubringen kann. Durch seine zentrale Lage, ist der Ort der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen in die Gegend. Schon Han Herred, so heisst dieser Abschnitt von Nordjütland, hat dabei viel zu bieten: alte Bunkeranlagen, Wanderungen durch die endlose Heide und Wälder oder eiszeitliche Schluchten, sowie natürlich entlang etlicher Kilometer Naturstrand. Gleichzeitig kann man von hier ganz Vendsyssel (wie die nordjütische Insel auf dänisch heisst) erkunden.