Winterswap CD Review 1

Was mir Lydia da in den Briefkasten gelegt hat ist wie eine Reise in die eigene Jugend, ein geschmacklicher Volltreffer. Ich würde fast sagen, das kann nicht nur an der Jahrgangsnähe liegen, hat sie mein Weblog analysiert und dann aus den Ergebnissen ein CD zusammengestellt? Naja, das wäre dann vielleicht ein bißchen übertrieben.

Wenn man in den Achtzigern »Jugendliche/r« war, dann hat man sicherlich einen Fundus an Musikstücken bspw., die man untereinander teilt, bei deren Erwähnung die Leute ins Schweben geraten, in Gelächter ausbrechen, oder einfach nur noch grinsen. Der Erfolg der 80er Show beruht auf solchen Effekten, denke ich.

In solchen Zusammenhängen werden aber meist die immer gleichen Gassenhauer genannt, die Superhits (Nena, Grönemeyer, Wham, Duran Duran, Spandau Ballet,…). Die man heute immer noch nicht hören kann, weil man sie sich damals 5645 Mal hintereinander reingezogen hat oder reinziehen musste. Lydias CD ist über diese Phase jedoch hinweg. Eine CD-Compilation, die zu 55,33% aus Eightiestracks besteht zusammenzustellen und dabei Hits zu finden, die zwar auch jeder Eingeweihte kennt (Ultravox – Vienna) und mitsingen kann (Billy Idol – Eyes without a face), aber die heute noch nicht zu irgendwelchen Technoversionen verwurstet worden sind (FGTH – The Power of Love), ganz einfach weil sie nicht die durchschnittlichen Konsenzhits waren (Talk Talk – Living in another world Another Day), das halte ich für mehr als eine respektable Leistung. Dass ich diese Songs natürlich auch schon 5674 Mal hintereinander angehört habe (FGTH, Talk Talk, Ultravox) und sie heute immer noch gerne höre, hat mich damals wie heute von anderen Musikkonsumenten differenziert, oder eben doch nicht… qod.

Die restlichen 45 komma irgendwas Prozent der CD sind zu dann auch noch die perfekte Brücke zur heutigen Zeit und eigentlich die logische Konsequenz. Einziger Ausreisser: Dune. Aber das ich neben speziellen Ansichten über die Achtziger auch sehr spezielle Ansichten über elektronische Musik habe, wer kann das ahnen.

Ich bin hin und weg. Playlist Platz 1 für die nächsten vier Wochen! Voll den Nerv getroffen.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.