Das unentdeckte Land

Das unentdeckte Land

Wir sitzen mal wieder in den 20%. Bekanntlich sind es ja die, die 80% der Arbeit ausmachen. Dabei schnurrt die Arbeit dahin wie selten, aber dann tauchen sie auf, die Probleme, die keiner hat kommen sehen oder die sich viel schwieriger lösen lassen, als man annahm. Die Dinge, die vorher unter »müsste«, »eigentlich« und »nehme ich mal an« subsumiert wurden.

Der Projektmanager legt die Ohren an. Was machen die da so lange? Wir haben doch allen Dingen einen Namen gegeben! Projektmanager glauben ja, man bräuchte allen Dingen nur eine Bezeichnung zuteilen, dann sind sie praktisch gelöst. Und Tage dran schreiben, immer schon Tage und Stunden dran schreiben. Und dann nach und nach wieder wegstreichen. Erschaffung der Erde: 7 Tage. Los geht’s. Kann so schwer nicht sein.

Der Programmierer rauft sich die Haare. Die deadline ist noch weit, das ist es nicht, aber die Abstände zwischen den Checkins werden länger, die Commitnachrichten weniger optimistisch, beinahe ausweichend. Und doch ist das der Moment, an dem wir am meisten lernen, weil wir den ausgetretenen Pfad der Erfahrung vorsichtig hinter uns lassen.

Vor uns, das unentdeckte Land…

6 Gedanken zu „Das unentdeckte Land

  1. … von des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt – den Willen irrt, dass wir die Übel, die wir haben, lieber ertragen, als zu unbekannten fliehn. So macht Gewissen Feige aus uns allen; Der angebornen Farbe der Entschließung wird Des Gedankens Blässe angekränkelt; und Unternehmungen voll Mark und Nachdruck, durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, verlieren so den Namen ‚Tat‘.

    Hamlet … alles was wir wissen müssen, hat uns Hamlet schon gesagt. Wir müssen ihm nur genau zuhören.

  2. Arbeitet Ihr nicht mit agilen Methoden? Ich meine, nicht daß das was an von Fachfremden gesetzten Deadlines ändern würde, aber wenigstens wird zu Beginn von den Entwicklern alles durchgeplant und manchmal kann man schon gleich sagen: Das wird nichts. Und das auch begründen.

  3. Schon schon, keine Frage… aber bitte nicht falsch verstehen, ich bin sowohl der Coder und der Projektmanager. Es geht weniger um eine reale Situation als um das, was ich eben als spannend empfinde in meinem Beruf. Und gleichzeitig als abtörnend…

  4. Der klingonische Hamlet steht la-tür-nich bei mir im Regal. Auch wenn die vollständige Lektüre – nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass ich Klingonisch nicht fließend spreche – nicht lustig ist. Ausgählte Stellen sind aber ganz nett.

    Und, um zum eigentlichen Thema zurückzukommen und doch bei Hamlet zu bleiben, der hat noch weitere Worte für ITler zu Hand, wie bspw. „Jugend hat oft auch ohne äuß’ren Fein inn’ren Streit.“

Die Kommentare sind geschloßen.

Die Kommentare sind geschloßen.