Kopenhagen

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Die Klimakonferenz in Kopenhagen ist grandios gescheitert. Die Konsequenz ist klar…

Wer sich nicht auf Lobbymechanismen verlassen möchte, dem bleibt nur die Erkenntnis, das es wiederum einzig wir als Individuen sein werden, die einen Unterschied machen, uns für oder gegen eine rücksichtsvolle Lebensweise entscheiden.

Macht man das aber seit Jahren, fühlt man sich mithin ein wenig betrogen. Sowas wie um den Spass am Konsum gebracht, wenn doch rund um einen herum – der Nachbar wie auch der amerikanische Präsident – alle auf das Klima die Erde die Menschheit, mit Verlaub, scheissen. Ein junger Kollege wies mich kürzlich darauf hin: es gilt nicht die Umwelt zu schützen, sondern uns selbst. Umweltschutz ist Selbstzweck.

Es entspricht zwar der kapitalistischen Wegwerfmentalität, die Erde solange zugrunde zu richten, bis sie kaputt ist und sich dann aufzumachen, eine neue zu suchen, mir scheint aber, das wird nicht funktionieren, jenseits des SF-Genres. Heisst: früher oder später wird eine nicht zu verachtende Restmenge an Menschheit den Untergang unseres Heimatplaneten erleben. Und sie können nichts mehr daran ändern. Weil wir es vergeigt haben. Darum geht’s.

Dabei kommt man sich schon ziemlich dämlich vor, wenn man sich entschlossen hat, selber etwas zu tun. Wenn man sein Auto abgeschafft hat, während die Regierung die größte öffentliche Subventionierung der Autoindustrie unter dem Decknamen Umweltprämie durchführt. Umso schmerzvoller fällt die Monatsabrechnung der Carsharing-Gesellschaft aus, wenn man stattdessen Geld hätte kassieren können. Ja, Kopenhagen ist weit weg. Und dieses dauernde mit dem Zug zur Arbeit fahren. Ist das auch reine Ökoromantik? Warum setzt man sein offenbar international verbrieftes Recht auf Umweltverschmutzung nicht um?

Weil ich mich einfach besser fühle damit.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

3 Gedanken zu „Kopenhagen“

  1. „Heisst: früher oder später wird eine nicht zu verachtende Restmenge an Menschheit den Untergang unseres Heimatplaneten erleben.“

    Dieser Planet wird so schnell nicht untergehen. Ich denke, nichts, was die Menschheit zur Zeit anstellen kann und anstellt, kann diesen Planeten zerstören. Wir können uns aber grandios unsere Lebensgrundlage selber entziehen. Und die vieler, vieler Mitbewohner. Aber wenn die Menschheit erstmal weg ist vom Fenster, dann geht’s mit diesem Planeten einfach weiter wie vorher. Evolution, Baby! 🙂
    Tut mir nur leid um die armen Kinder und Kindeskinder und Kindeskinderkinder (etc), der heutigen Umweltsünder.
    Wobei ich noch nie verstanden habe, wie man, wenn man eigene Kinder hat, soviel Desinteresse am Umweltschutz zeigen kann. Ich meine, die Kopenhagener DiskutantInnen haben doch alle (?) eigene Kinder – wo ist also deren Problem?!

    Grüßlis
    ah!

  2. Du hast insofern recht, als sich bereits viele Menschen für ein „nachhaltigeres Leben“ entschieden haben. Die Frage ist, ob diese Gruppe global gesehen wachsen wird bzw. überhaupt kann, da ein Bewusstsein für Ressourcenschonung oft mit einem gewissen materiellen Wohlstand, immer aber mit einer gewissen Bildung einher geht.

    Wenn man bedenkt, wie lange es selbst in den Industriestaaten gedauert hat, diesen Grad an „Ressourcenintelligenz“ zu erreichen, dann sehe ich bei Schwellenländern schwarz. Also geht es nur über gesetzliche Vorgaben, und da ist die Frage, was die einzelnen Länder jetzt individuell in diese Richtung bewirken müssen. Und ob es hilft, wie China Plastiktüten zu verbieten (was ich für eine tolle Sache halte), gleichzeitig aber wie kaum ein anderes Land im Ökosystem rumzupfuschen (Staudämme, rücksichtsloser Konsum von Rohstoffen daheim wie in Afrika)? Und ob es uns als Konsumenten mittelfristig hilft, die daraus entstehenden Billigprodukte zu kaufen?

    Und das „besser fühlen“, dass Du ansprichst: Ich glaube, das geht irgendwann einfach vorbei, weil ein solches Verhalten selbstverständlicher sein wird. Als ich vor mehr als anderthalb Jahrzehnten Vegetarier wurde, habe ich mich auch irgendwie „besser“ gefühlt. Heute bin ich es einfach, weil ich weiß, dass es das Richtige für mich ist. Daran ändert nix, ob ich ins vegetarische Restaurant gehe oder am Imbiss mit den Pommes in der Hand stehe, während alle um mich herum Currywurst essen.
    So wird es bei Dir auch sein. Außer, dass Du weiter Currywurst isst. In der Bahn.

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