No use for a name

Beim herumspielen mit HTML5 ist mir bzw. dem W3C-Validator jüngst aufgefallen, dass es in HTML5 kein name-Attribut u.a. für Links mehr gibt. Use id instead, ist die knappe Aussage.

Das name-Attribut vermisst natürlich kein Mensch. Nun ja, bis auf ein paar Leute, die nunmal unbelehrbar <a name="marke"></a> schreiben. Das sind die gleichen Kandidaten, die auch die ganzen anderen Attrribute nutzen, die man besser in CSS umsetzen kann (welche deswegen auch mit HTML5 verschwinden): align, background, bgcolor, width, height, clear, hspace, vspace, marginheight, marginwidth, nowrap, size, style, type, valign um nur die bekanntesten zu nennen. Gut, <br clear="all"> trifft man vielleicht noch recht häufig an, die anderen habe ich in jahrelanger Auflärungsarbeit und Überredungskunst aus meinem Umfeld weggeredet.

Einen Knüller überliest man allerdings zu schnell: style fällt auch weg! Hurra! Der Horror eines jeden CSSers hat ein Ende: endlich keine nur mit aller !importants überschreibbarer CSS-Pfuschereien in der HTML-Source mehr. Die letzte Bastion designfreudiger Programmierer gerät ins Wanken. Schön. Zu schön. Denn unterstützen werden es die Browser natürlich trotzdem. Aber ich habe den Validator als Waffe.

Die anderen wegfallenden Attribute gehören beinahe alle zu den eher Unbekannten: rev, longdesc, scope, version und einige mehr. Aber auch profile, wie in <head profile="http://gmpg.org/xfn/11">, was in praktisch jedem WordPress-Blog steht. Oder auch classid, aber die <object>-Tags, die man allenorten kopieren kann, sind eh‘ nicht HTML5-pastekompatibel.

Es verschwinden aber nicht nur Attribute aus dem HTML-Fundus, sondern auch ganze Elemente. Sagen wir schon einmal »Tschüss« zu <basefont>, <big>, <center>, <s>, <strike>, <tt>, <frame>, <frameset> und natürlich <noframes>, aber auch <acronym>, <applet>, <isindex> und <dir>. Denen weinen aber jetzt auch nur HTML3-Veteranen hinterher. Gibt ja auch genug neue Elemente.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

7 Gedanken zu „No use for a name“

  1. Wäre auch schlimm, wenn die Browser „style“ nicht mehr unterstützen würden: jQuery und andere DOM-Frameworks könnten ansonsten komplett zumachen – sie setzen bei Animationen und Manipulationen ja konsequent auf sich verändernde CSS-Werte, die per style injiziert werden…

  2. Yep… zum Glück nach der Validierung. jQuery nutzt das massiv bspw. bei Effekten, beim Ausblenden etc.

    Nebenbei, es ist zwar weniger flexibel (aber das ist vielleicht auch gerade ein Pluspunkt), statt Elemente per JS mit massenhaft style-Angaben zu versauen, ist es oft besser, mit addClass, toggleClass und removeClass zu arbeiten. Dann fallen die bösen Styles schonmal weg.

  3. „die per style injizier werden“ … klingt ekelig. Wie die Wüstenwespe, die ihre Eier in lebende Spinnen und dergl. injiziert, das mit schlüpfenden Larven gleich was lecker Frischfleisch haben.

  4. Tippem, wenn man man nich noch wach ist, ist auch nich für jedermann. Ich Held der Tastaturarbeiterklasse, ich. Ich möchte mich dafür in aller Formlosigkeit entschuldigen.

  5. Pah!

    Ich als designfreudiger Programmierer verpasse dem Tag einfach eine Wegwerfmarke (id_87) und schreib einen Style-Container im Head. Hah!

  6. Ich finde es schön, dass du von HTML3-Veteranen sprichst, die „strike“ und andere Elemente benutzen, während ebendiese als erlaubte Tags unter der Kommentarbox auftauchen 😉

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