HTML5: Wie war das mit Firefox 2?

Die 2. Antwort auf die Frage, ob man HTML5 bereits jetzt produktiv einsetzen sollte. Es wird nicht besser.

Wie schon in der letzten Antwort demonstriert, kann man den IEs mit ein wenig Javascript jedes Element beibiegen, es landet korrekt im DOM, es lässt sich mit CSS stylen. Auch schon angemerkt: Firefox 2 bereitet da mehr Probleme.

Und zwar liegen die bei den neuen Block-Level-Elementen, die ihrerseits Block-Level-Elemente enthalten, also beispielsweise ein <h1> in einem <article>. Ein wenig ausführlicher bei den Kollegen von webmasterpro.de nachzulesen. FF2 schliesst das <article> vor dem <h1> einfach <article></article><h1> und macht so jeden Versuch, styling anzuwenden zu Nichte. Und richtig ärgerlich: es gibt keinen praktikablen Workaround.

Es sei denn, man nutzt XHTML5, schreibt also XML-valide und vor allem zwingend erforderlich, liefert die Datei mit dem Mimetype application/xhtml+xml aus. Da beisst sich die Katze jedoch in den Schwanz, denn das geht nun wieder gar nicht mit dem IE, der will solche Dateien bekanntlich zum Download anbieten, er braucht text/html.

Bis hier haben wir nur neins gegen den Einsatz von HTML5 schon heute auf der Liste. Allerdings nur gegen den Einsatz der neuen Elemente. Nein, das ist auch nicht ganz richtig: es sind Argumente gegen das stylen neuer Elemente. Soll heissen: natürlich kann man den HTML5 Doctype bereits einsetzen. Natürlich kann man neue Elemente wie <nav> schon benutzen. Nur wenn man per CSS diese Elemente styled, dann fallen FF2 und IEs ohne Javascript aus der Unterstützungsliste. Wie John Resig schreibt:

You don’t have to use any new aspect of HTML 5 in order to get the standards-mode benefits of using the HTML5 DOCTYPE. This DOCTYPE is able to push Firefox, Safari, Opera, IE6, IE7, and IE8 into standards mode and allow us to (as best as we can) develop web applications in a standards-based way (CSS, HTML, JavaScript, DOM). You don’t have to use a single one of the new features in order to make this happen and can begin doing so today.

Schliesst sich die Frage an: Warum sollte man das tun? Gibt es denn schon Sachen, die funktionieren, die man nutzen kann?

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.

8 Gedanken zu „HTML5: Wie war das mit Firefox 2?“

  1. Eines meiner letzten Projekte habe ich mit HTML5 umgesetzt und dabei unter anderem das „data“-Attribut (z.B. data-taga=“cd webdesign print“) genutzt. Dadurch konnte ich einige Meta-Informationen mitgeben, ohne sie anzuzeigen. Ausgelesen und weiterverarbeitet wurde das ganze dann mit JavaScript. siehe auch: http://ejohn.org/blog/html-5-data-attributes/

    Bei Inputs kann man noch die Attribute type=“email“ und type=“url“ nutzen. Opera kann damit schon was anfangen und für die anderen Browser ist es wie type=“text“.

  2. Danke Torsten. John Resig ist glaub‘ ich mit Abstand der meistverlinkte Mann in diesem Blog. 😉

    Ebenso nutzen können müsste man den <input type=“date“>, und das zugehörige Kalenderwidget per JS hinzufügen. Mal abgesehen davon, dass wie oben gesagt: FF2 und IE ohne JS ausfallen, für die anderen geht das super: man würde für den Kalender(in diesem Beispiel) ja eh‘ Javscript nutzen… dazu aber später noch mehr.

  3. Zu application/xhtml+xml:
    Man könnte doch einfach den HTTP_ACCEPT-Header abfragen und so feststellen, ob der Client das unterstützt. Aber dann bleibt noch das Problem, dass Browser beim geringsten Fehler einen XML-Parseerror anzeigen.

  4. Stand erst drin im Artikel, hab ich dann aber als böses Browsersniffing wieder rausgeschmissen. 🙂

    Die XML-Parsererrors schocken mich dagegen weniger, eildieweil wir hier eh‘ nur mit hardcore XML arbeiten, aber das ist ja auch nicht normal… 😉

  5. In seinem eigenen Block geht das ja noch. Aber wenn man ein CMS für einen Kunden aufsetzt. Da freut man sich dann schon auf Anrufe à la „Können Sie mal auf meiner Seite schauen. Da ist etwas komisch. Da wird nur so ’ne rote Meldung angezeigt und der Hintergrund ist gelb.“

    Zum Thema Browsersniffing:
    Ist das wirklich Browsersniffing? Ich meine man fragt doch nur ab, ob der Browser den Mimetype kennt.

  6. Also wenn es so ist, dass der Firefox 2 auch nur mit dem Styling der neuen Elemente Probleme hat, kann man die doch durchaus einsetzen um normale XHTML-Dokumente semantisch nachzuwürzen. Wenn man nicht gerade auf letzter Rille am optimieren der Performance ist und sich solchen „Overhead“ nicht leisten kann, schadet das zumindest nicht.

    Ich finde im Übrigen auch nicht, dass das Abfragen von HTTP_ACCEPT böses Browsersniffing ist. Das nennt man heutzutage Test-Driven Progressive Enhancement (http://www.alistapart.com/articles/testdriven).

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