Muxtape

Mal zur Frage, ob muxtape legal ist: natürlich, solange man das, wenn auch sehr…, klein gedruckte beachtet: »By uploading a song you agree that you have permission to let Muxtape use it.«.

Eine andere Frage ist, warum man nicht das Recht haben sollte, an 12 Songs, die man wirklich liebt. Ich finde sowieso: Musikliebe plättet jedes Urheberrecht. Deswegen habe ich flugs meine derzeitige Toplist online geschoben. Hier die Tracklist aus meiner Sicht:

Galliano – Leg In The Sea Of History
Also wenn ich in diesem Blog noch keine Abhandlung über die Genialität von Galliano im Allgemeinen und seines Albums In Pursuit for the 13th Note von 1991 im Speziellen geschrieben habe, dann ist das eine schwere Verfehlung, die bald nachzuholen ist. Galliano sind für mich Acid Jazz und die Scheibe ein musikalischer Ruhepol, zu dem ich immer wieder zurückkehre. Nichts baut mich auf einer Zugfahrt nach Hause wieder so auf, wie »Leg In The Sea Of History«.
Christin Claas – Mother Tongue
Über Christin Claas (official | myspace) und ihre Muttersprache weiss ich hingegen nicht so viel zu schreiben, sie ist mit über einen Sampler in die Hände gefallen und einfach mein Klassik-Jazz-Folk-Tip für die nächsten Jahre. Hört mal rein.
Air – Kelly Watch The Stars
Was soll man zu Air sagen, ausser dass sie genau dem französischem Umfeld entsprangen, dem ich damals musikalisch so zugetan war, schließlich spielten sie vor Air in einer Band mit Etienne de Crecy und Alex Gopher. Die ersten beiden Air-Alben waren für mich ein musikalischer Meilenstein, jeweils.
Peter Licht – Sonnendeck
… ist glaube ich, mit Verlaub, ein Arschloch. Aber ein sehr kreatives. Sein Sonnendeck ist einfach da, wo ich sein will und alles andere der pure Neid.
Die fantastischen Vier – Tag Am Meer
Über Fanta 4 kann man sagen, was man will, niemals darf man dabei den Tag am Meer diskreditieren. Ich bin extra so nah wie geschäftsmäßig sinnvoll war an die Küste herangezogen, um mir zwischendurch genau das gönnen zu können. Und immer, wenn ich über die Promenode in Travemünde schlendere, hab ich die Fantas im Ohr. Zum Namen übrigens vermute ich, dass man sich nicht nach den Comichelden an sich benannte, sondern nach dem Album von Extrabreit: »Rückkehr der phantastischen Fünf«. Aber das ist nur ein Tipp, die wahre Gründungsstory hat Eines Tages.
David Bowie & Pat Metheny Group – This Is Not America
Mal ganz ehrlich, der Titelsong zu Der Falke und der Schneemann ist nicht gerade ein Meisterwerk der Musikgeschichte. Pat Methenys Genialität glänzt nur selten und Bowie wirkt stellenweisen ein wenig… lustlos, wie so oft. Und doch repräsentiert der Song die originäre Schnittstelle zwischen mit und meiner Frau, sie die einstige Bowie-Verehrerin, ich der uneingeschränkte Pat-Metheny-Jünger. Und so macht das Lied wirklich Sinn, ganz anders als der Text. 😉
Kate Bush – Wuthering Heights
Für dieses Lied hingegen werde ich in unserem Hause gehasst. Schon Elton John fühlte sich von Kate Bushs Stimme angewidert und wettete ein Klavier gegen ihren Erfolg. Und verlor. Kate Bush steht für mich allerdings für etwas ganz profanes. Ihre Best-Of-Collection nämlich gehörte zu den fünf bis sechs Kassetten, die ich immer auf dem Walkman hörte, wenn ich als 15jähriger Zeitungen austrug, Sonntag morgens um sechs. Da ist das Hirn sehr aufnahmefähig und speichert Text und Musik durch die ständige Wiederholung dauerhaft, wahrscheinlich für alle Zeiten, ab.
Oliver Onions – Orzowei
Das geht noch etwas weiter zurück. Olivier Onions vertonten ja traditionell einge der frühen Bud Spencer und Terrence Hill Filme. »Orzowei« von 1977 muss so in mein Repertoire gelangt sein, vielleicht wars auch ein Radiohit, wurde ja damals noch viel gehört, Radio. Ich jedenfalls war acht, und noch keine Musiksammler zu der Zeit. Im Nachhinein interpretiert ist der Song für mich so eine Art Höhepunkt von Italo-Hippie-Musik und sie zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.
Alpinestars – Interlaken
Zurück zur Elektronik. Die Alpinestars-Bio weist es aus, sie spielten schon Support für Faithless und Placebo und waren in den beginnenden 2000ern allerorten hoch anerkannt. Davon wusste ich nichts, ganz ehrlich, für mich sind sie und ihr Album »B.A.S.I.C.« einfach eine Entdeckung, die wir in unserem Plattenladen gemacht haben und deswegen gehören sie uns. Interlaken ist vielleicht auch das schönste Lied von den Jungs.
Leftfield – Release The Pressure
Ich zitiere Wikipedia: Das 1995 erschienene Debütalbum Leftism, eine völlig neuartige Mischung aus Dub, Breakbeat und Techno war wegweisend für moderne Electronica. Viele Elektronikproduzenten ließen sich daraufhin von Leftism beeinflussen. Die große Anzahl von Leftfield inspirierter Veröffentlichungen ließ die britische Musikpresse, allen voran das DJ Magazine und Mixmag, eine neue Genrebezeichnung kreieren: Leftfield.. Genau. Genau. Eben. Einmalig. Unerreicht. Bis einem die Superlative knapp werden.
Psykofuk – Psykofuk
Beschäftigt mich seit ein paar Wochen. Meine Frau spielte mir das unselige Traffic von DJ Tiesto vor, in dem Psychofuk, ich sag jetzt mal, zitiert wird. Sofort wusste ich: da kennst Du das Original! Seitdem habe ich in mehreren Versuchen mein Plattensammlung, durchforstet, um eine Platte zu finden, von der ich nicht wusste, wie sie aussieht, nur wie sie klingt. Chancenlos: ich habe einfach zu viele Scheiben. Also musste ich zugeben, dass ich keine Ordnung halten kann und im Netz recherchieren. Dort wurde ich fündig. Und nun wo ich weiss wie die Scheibe aussieht… ich werd‘ mal in den Keller müssen und da suchen… ein wenig Detroit muss schon sein. Auch auf so einer Liste.

Veröffentlicht von

Nico

Nico Brünjes ist Digitalkreativer und Internethandwerker. Seit mehr als 15 Jahren erdenkt, baut und programmiert er moderne, standardkonforme und zugängliche Webseiten in HTML, CSS und Javascript.