Then they take Iran

Während sich die Blogosphäre mal wieder mit sich selbst beschäftigt hat mich eine Nachricht des Tages heute wesentlich merh interessiert, als die Berliner Fraktion im Fernsehen. Aber in den Blogs auf meiner Blogroll und auch in den Blogstats war dazu nichts zu finden. Reichen wir also nach.

Am Donnerstag wird George Bush vereidigt und man erwartet von ihm und seiner Mannschaft (oder Frauschaft, das diesmal behutsamer vorgegangen wird (wie man es nimmt).

Daraus scheint nichts zu werden, denn wie Seymour Hersch im New Yorker berichtet, sind die Planungen für den nächsten Krieg schon in vollem Gange. Im Iran werden bereits Ziele für Luftangriffe ausspioniert

Dazu muss man feststellen, dass der Iran tatsächlich diesmal nicht nur von den USA, sondern auch von den Vereinten Nationen zumindest der „Anreicherung von Uran“ verdächtigt wird, womit sich am Ende Waffen herstellen ließen. Während aber Deutschland und Frankreich noch versuchen auf dem Verhandlungswege für Klarheit zu sorgen, machen sich die USA bereits wieder für den Krieg bereit. Mir schaudert.

Hauptgefreiter Bush

207George Bush ist aufgegangen, welch‘ schlechtes Bild sein martialischer Auftritt 2003 in Fliegeruniform abgegeben haben könnte. Selbst Präsident Eisenhower, General in während des 2. Weltkrieges, sowie beinahe alle anderen Präsidenten, hatten es vermieden, in Kampfuniform aufzutreten. Kein Problem, man schneiderte Bush einfach eine militärisch anmutende Jacke, für seine zukünftigen Auftritte bei den Truppen. Die Jacke ziert das Wappen des Präsidenten und der Schriftzug „Commander in Chief“. Warum ist Ronald Reagan eigentlich nicht in Lederhosen, mit Colt und Cowboyhut aufgetreten?

Via Workbench via Scripting News.

Jassir Arafat ist tot

Selten ist der langsame und schwierige Todeskampf eines Menschen so in die Medien getragen, wie bei Jassir Arafat. Heute morgen um 3.30 Uhr war es dann endgültig vorbei, der Palästinenserpräsident Arafat ist tot.

Ob nun gewollt oder nicht, Arafat tat bis zu seinem letzten Atemzug das, was er beinahe sein ganzes Leben tat, er beschäftigte Medien und Politiker gleichermaßen. Arafat, dem 1994 zusammen mit Shimon Peres und Jizhak Rabin der Friedensnobelpreis verliehen wurde, war 1959 Mitbegründer Organisation zur Befreiung Palästinas (Al-Fatah), seit 1969 Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. In dieser Funktion war er zeitweise einer der Mächtigen in der arabischen Welt, immer auch Verfolgter durch den israelischen Staat. Seit 1970 lebte er im Exil und kehrte erst 1994 in Folge des Autonomieabkommens nach Palästina zurück. Das palästinensische Volk führte in dieser Zeit einen langen bewaffneten Kampf gegen die Israelis, um die Anerkennung eines eigenen Staates, 1993 wandte sich Arafat jedoch einer friedlichen Lösung zu, dessen Folge die vorläufige Einigung mit Israel und das Autonomieabkommen waren. Nachdem aber 2000 die Verhandlungen von Camp David scheiterten flammte der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern wieder auf, wahrscheinlich schlimmer als je zuvor und bis heute anhaltend. Seit 2001 lebte Arafat, inzwischen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, unter Hausarrest in seinem Hauptquatier in Ramallah, wo er auch begraben werden wird (nach moslemischen Gesetz innerhalb von 24 Stunden nach seinem Tod), die Trauerfeier wird in Kairo, Ägypten stattfinden.

Die Lösung des Tages

Gleich auf dem Weg zur Arbeit, im Auto, wird sie mir wie jeden Tag sicherlich auch heute wieder präsentiert werden: Die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes. Am Freitag war die Lösung die Verlegung des „Tags der Einheit“ auf einen Sonntag, am Monatg war es die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche (cool, dann hab ich ja einen freien Tag mehr pro Woche 😉 und gestern war es die Erklärung des Samstag zu einem normalen Arbeitstag. Aber immer war es die Lösung.

Ich weiss nicht, wer Arbeitgebervertreter, Regierung, bayrische Landesregierung etc. public-relation-mäßig berät, aber es muss eine Sch…ss-Agentur sein, denn das man so keinen Blumentopf gewinnen kann, ist offenbar. Person 1 schlägt etwas ganz hartes, brutales vor, die Abschaffung des goldenen Kalbs meinetwegen und Personen 2 – 5 begrüßen den Vorschlag („Hallo Vorschlag, ich grüße Dich“) als (und da ist es wieder) die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands. Täglich ein anderer Vorschlag, alles mit verteilten Rollen.

Sorry, aber so funktioniert es nicht. Aber man gewinnt den Eindruck, ihr denkt euch auch schon gar keinen sinnvollen Vorschläge mehr aus, sondern spult nur Platitüden ab, nur um hinterher zu weinen: „die anderen wollen nicht mitspielen“. Die 40-Stunden-Wochen bespw.: in den Boom-Branchen wird eh mehr gearbeitet, und bei Opel am Band hat man schon für 35 Stunden nicht genug zu tun. Es müsste also, wenn überhaupt, ein Vorschlag her, der viele Seiten berücksichtigt, von der Branche bis zum Einzelfall. Und er müsste in den richtigen Kreisen verbreitet und diskutiert werden. Stattdessen wird durch Radio und Fernsehen gerumpelt: „Die 40-Stunden-Woche muss her!“ – „Ja, das ist die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland!“

Wir kommen einfach nicht weiter, könnte man meinen. Nicht auf der einen, aber auch nicht auf der anderen Seite. Und welchen Vorschlag gibt es heute? Wie wär’s mit der Verlängerung des Tages auf 36 statt 24 Stunden und die Verlängerung eine Woche auf 9 Tage?

Politik der Sprecher

Um einmal den Fokus wieder auf unsere Hemisphäre zu lenken, während die Welt nach den USA blickte, kam man in Deutschland wieder mit einer ganz tollen Idee ans Licht der Öffentlichkeit: der 3. Oktober (Tag der deutschen Einheit) soll in einen Sonntagsfeiertag umgewandelt werden. Hehe, wiedermal gut gebrüllt, liebe Regierung. Erst den Buß- und Bettag, also einen religiösen, in einen nationalen Feiertag umwandeln, dann auf einen einen Tag verlegen, an dem eh arbeitsfrei ist. Das stärkt die Wirtschaft ungemein.

Mal ehrlich, diese Art der Sprecherpolitik geht mir langsam wirklich auf die Nüsse! Jedesmal, wenn irgendein Sekretär, Sprecher oder Abteilungsleiter auf dem Klo irgendeine Idee ausgebrütet hat, muss einer damit mit großen Hallo an die Öffentlichkeit, dann wartet man die Reaktionen ab und distanziert sich oder dementiert gleich. Das nervt. Und ja, ich glaube wirklich, 80% der politischen Ideen unserer Regierung entstehen auf dem stillen Örtchen und widerum 99% derselben sollten da eigentlich auch bleiben.

Next, they take Iran

Meine Enttäuschung ist so grenzenlos wie sie doch unwichtig ist. Das Volk der Hirnverbrannten im Land der zwei unbegrenzten Möglichkeiten ist justament dabei sich für Bush zu entscheiden, natürlich ohne (oder gerade) mit Blick auf die internationalen Konsequenzen: noch mehr Krieg, weitere Schwächung der internationalen Gemeinschaft, keine Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls etc. Angesichts der weitreichenden Konsequenzen die eine Wahl in den USA haben kann, frage ich mich beizeiten, warum darüber nur die tumbe Masse der US-Bürger abstimmen darf, die doch offensichtlich unfähig sind, ihre Fehler einzusehen, genauso wie ihr Präsident. Ich will nicht hoffen, das es hinterher wieder heisst: sorry, wir haben uns geirrt, der Esel stolpert bekanntlich nicht zweimal über den selben Stein.

Telefonwahlkampf

As a resident of a “battleground” state, or “swing” state, or whatever it is we’re calling them these days, I’ve been getting a lot of phone calls these days. I imagine you know a thing or two about that; after all, your mother and your wife both called. So did Arnold Schwarzenegger. Also Gwyneth Paltrow and Sarah Jessica Parker, although they of course weren’t calling on your behalf. In addition, I’ve heard from a number of dire-voiced men warning me about the terrible dangers inherent in electing you, or your opponent, to the White House. Over the past month, I’d estimate that I’ve received at least fifty calls from campaigns, political parties, 527 groups, and so forth. In one recent night, three such calls came in the space of twenty minutes. I’d most certainly have gotten more calls, but I was out of town for a week.

Eric Meyer: Making A Call

Wahlverfahren

Das Wahlverfahren läuft indirekt über Wahlmänner. Jeder Staat stellt so viele Wahlmänner, wie er Abgeordnete und Senatoren im Kongress hat. Der District of Columbia, der zu keinem Staat gehört, hat drei Wahlmänner. Die bevölkerungsärmeren Staaten haben dadurch ein größeres Gewicht, als ihrer Bevölkerung entspricht. Die Wahlmänner sind nicht frei in ihrer Stimmabgabe, sondern alle Wahlmännerstimmen eines Staates gehen an den Kandidaten, der im entsprechenden Staat die meisten Stimmen erzielt hat. So kann es geschehen, wie zum Beispiel bei der Wahl von Präsident Bush im Jahre 2000, dass ein Kandidat – hier Al Gore – zwar die Mehrheit der abgegebenen Wählerstimmen hat, aber trotzdem unterliegt, da er nur eine Minderheit der Wahlmännerstimmen hat.

Wikipeadia

Noch mehr über das Wahlverfahren (in englischer Sprache), bei der BBC.