Kurze Story… lang gelabert

Gestern hatte ich gerade ein wenig konsumiert, und nebenbei an der Balkontür ein Antifliegengardinendingsbumshängegedöns befestigt, da schien mir die Sonne zu sehr auf den Schädel und das halbstündige Überkopfarbeiten rächte sich irgendwie. Ich musste mich erst mal setzen. Und konnte dann irgendwie gar nicht mehr richtig aufstehen. Ins Bett hab‘ ich es dann aber doch noch geschafft, nicht ohne dem Frauchen eben mobiltelefonisch Bescheid zu geben, dass sie mal nicht auf mich warten braucht und zu Fuß nach Hause laufen muss, weil mir geht das nicht so gut.

Dem Kreislaufkollaps nahe sinke ich also in mein Bett und lege erst Mal die Beine hoch, das soll ja gut sein, erfordert aber ein wenig Übung, weil man weiss gar nicht so genau, wie man die Beine platzieren soll auf der zusammengerollten Bettdecke, aber egal, es geht schon irgendwie. Da schrecke ich hoch. Im Wohnzimmer piept völlig ausgelassen das Uralt-Handy meiner eigentlich heißgeliebten — in diesem Moment aber doch ziemlich verfluchten — Lebensgefährtin, der Terminalarm soll sie an irgendetwas erinnern, was sie aber ja sowieso nicht machen kann, weil sie ist ja sowieso nicht da. Alte Nokiadurken piepen aber soooo furchtbar laut und wenn man es nicht abstellt geht’s nach 10 Minuten wieder los, ich also hoch und ins Wohnzimmer gewankt und den Alarm quittiert, mit einem Druck auf die richtige Taste und lautem Meckern.

Dem Kreislaufkollaps jetzt noch etwas näher, lege ich mich wieder ins Bett. Eben, als mein Kopf das Kissen berüht, klingelt es an der Tür. Unglaublich, ausser den Zeugen Jehovas klingelt hier eigentlich niemand, und die kommen eher vormittags, also kann das ja nur meine schon erwähnte Lebensgedingsda sein, die ihren Schlüssel nicht dabei hat. Ich also an Haus-o-phon und stammle in den Hörer: „Hast Du wieder Deine Schlüssel vergessen?“ Keine Reaktion. Überhaupt, das Gerät funktioniert gar nicht. Das kann jetzt nur heissen, dass schon jemand vor der Wohnungstür klingelt. Der Konstrukteur des Klingelapperates hatte sich das damals gut ausgedacht und für Klingeln an der Haustür und Klingeln an der Wohnungstür unterschiedliche Klingeltöne eingerichtet. Leider kann man dafür keine Klingeltöne runterladen (noch nicht), dann hätte ich jedenfalls welche genommen, die man besser unterscheiden kann, ich hab’s jedenfalls in der ganzen Zeit nicht gelernt.

Vor der Tür steht mein Dad, der hat zwar auch einen Schlüssel, hat ihn sogar dabei, hat aber aus lauter Höflichkeit geklingelt, weil er jemanden zu Hause wähnte und nicht einfach so reinschneien wollte. Sehr nett eigentlich, im Moment aber deplaziert as deplaziert can, ich bin insgesamt völlig verdattert, dass die erwartete Lebensgefährtin jetzt Bauch und Vollbart hat, er will sich auch nur den Kellerschlüssel ausleihen und ist dann auch schon wieder verschwunden. Ich bin ein wenig perplex.

Also zurück ins Bett, Kreislaufkollaps nicht vergessen, also leg‘ ich mich wieder hin, obwohl es mir jetzt schon besser geht. Kaum lieg ich, und da muss ich jetzt schon lachen, klingelt mein Handy. Im Gegensatz zu dem garstigen Nokiaoldtimer ein recht angenehmes Geräusch, naja Chemical Brothers eben, auch nicht gerade ruhig, also gehe ich ran. Am Rohr hängt der Seb und erzählt mir von seinem Garten, worüber wir uns ja schon im Blog unterhalten hatten. In drei Minuten und sieben Sekunden haben wir kurz Neuigkeiten ausgetauscht, denn erigentlich ging’s mir ja nicht so gut, also habe ich glaube nur irgendwelchen Blödsinn gestammelt. Immerhin haben wir festgestellt, dass wir uns Pfingsten nicht sehen, weil ja meine Herzallerliebste Geburtstag hat und nach Kurzurlaub schreit, ja sag mal wo bleibt die denn eigentlich, die müsste doch auch längst da sein?

Nein, sie kommt erst in dem Moment, als ich mich wieder hingelegt habe. Mir ging’s dann auch schon wieder hervorragend, nur ich hatte etwas Hunger, hatte ja auch den ganzen Tag nicht viel gegessen. Also bin ich dann direkt nach 5 Minuten verschärften Mitleids wieder aufgestanden.

Und die Moral der Geschichte: wenn’s eurem Kreislauf dreckig geht, einfach ein paar Handies klingeln lassen und vielleicht mal selbst ein wenig Sturm klingeln, danach geht’s einem viel besser.

Wieso nicht standalone?

Emil Stenström veröffentlichte einen offenen Brief an Microsoft und fordert darin, einen Standalone IE7 für Webdeveloper zur Verfügung zu stellen.

Wie das bei den M$ Produkten so ist, sie werden vornehmlich per Windows Update ausgeliefert, und die Browser im speziellen sind bekannt dafür, die Vorgängerversion gnadenlos zu ersetzen. Was den Anwender freut ist ein Kreuz für denjenigen, der darauf angwiesen ist, auf mehreren Browserversionen zu testen. Für ältere Browser als IE6 existieren dafür Lösungen, für IE7 ist das zumindest noch nicht in Sicht.

Stenström präsentiert die möglichen Lösungen und fragt gleich an, welche uns den Microsoft zu empfehlen gedenkt:

  • Get another computer. Für viele Entwickler sicherlich die beste Lösung, meist stehen ja genug Maschinen rum, Linuxserver, MacBook, Windowskiste. Mir selbst fehlt letztere aus religiösen Gründen, jetzt gleich zwei Maschinen einzurichten scheint mir… Blasphemie, ehrlich gesprochen.
  • Install a virtual machine on my current computer. Die Lösung mit der ich zur Zeit arbeite. Naja, so ungefähr. Ein auf Linux laufender IE6 (wine!) hält als Bugtester her, auf der Arbeit ist es eine virtuelle Maschine mit Windows 2000. Nichts destotrotz muss der gemeine Entwickler aber auch hier investieren, in zusätzliche Lizenzen beispielsweise.
  • Drop support for IE6. Schöne Idee… aber irgendwie scheint mir das nicht ganz praktikabel. Man wird sich wohl noch einige Zeit mit IE6 herumschlagen müssen. Roger Johansson schätzt, dass es noch sechs bis sieben Jahre dauern wird, eh die Zahlen des IE6 genug abgesunken sind.
  • Hack IE7 to work standalone. IMHO die beste Lösung, *ggg. Mal vom Geruch der Illegalität abgesehen. Und, mal ganz ehrlich, dann könnte doch auch gleich M$ ein Standalone-Produkt zur Verfügung stellen.

Aber das wird wohl nicht klappen. Nach wie vor behauptet Microsoft ja, der IE ließe sich nur schlecht bis gar nicht vom Betriebssystem trennen. Und umgekehrt. Und vielleicht hat man dorten vor lauter Bugfixing ja auch gar keine Zeit, an die blöden Webdeveloper zu denken, die meckern ja eh‘ immer nur rum, von wegen Standards und so. Man wird das Gefühl nicht los, dass man bei Microsoft immer noch nicht richtig begriffen hat, wie das Netz funktioniert.

Share Your OPML

Dave Winer hat mal wieder zugeschlagen. Share Your OPML heisst sein neues Projekt, das zunächst mal nicht mehr produziert als die, für Winer-Projekte beinahe unausweichliche, TOP 100 Liste von abbonierten Feeds, etwas Web2.0mäßig kommt dann noch eine soziale Komponente, nämlich eine „GuysLikeMe“-Funtion hinzu. Ich habe mein aktuelles OPML mal hochgeschoben, und bin in der Liste der „Most Prolific Subscribers“ gleich mal auf Platz 38 eingestiegen, whatsoever that means…

Klingeltonbeutelhosen

Dass die Toten Hosen® nicht mehr alle Tassen im Schrank haben ist kein Geheimnis, kommen sie doch aus einer Ecke Deutschlands, wo man nicht Tod übern Zaun hängen mag und geistig… naja, mir fällt da nur der Vergleich von IQ und Zimmertemperatur ein, um der Bildhaftigkeit mal Vorschub zu leisten.

Dass sie nun gegen die Klingeltonterroristen Jamba® vor Gericht ziehen [via wirres] beweist diese These, nach eisgekühltem Bummerlunder und Bekenntnissen zur Kirche erneut. Es beweist aber auch, wie tief die deutsche Musikindustrie in der Tinte steckt, denn das die versäumte Aussendung von ca. 100 Klingeltonwerbespots zur Peaktime (zwischen 14.00 und 16.00 Uhr auf Viva) zum Streitpunkt mit Millionenwert erklärt wird, lässt auf den berechneten Verlust der Hosen schließen. Und das heisst widerum: willst Du in die Charts (in die CD-Verkaufscharts wohlgemerkt), musst Du vorher in die Klingeltoncharts. Und in die Klingeltoncharts gelangt man eben nur auf eine Weise, in dem man nämlich Werbespots so oft schaltet, das die dämlichen Rezipienten der Werbung nicht mehr anders können, als das Gedudel aufs Handy zu holen.

Ich finde das eine wie das andere, einfach zum Kotzen: da bleibt einem der Campino®-Bonbon im Halse stecken und die Pommes Düsseldorf ergießen sich auf den Asphalt, wo eben noch die Opel-Gang ihr Unwesen trieb.

So long and…

Schafftwissenliche Nachrichten: Vincent Janik von der Sea Mammal Research Unit an der Universität St. Andrews hat herausgefunden, dass Delphine miteinander nicht nur kommunizieren, sondern, dass sie einander an ihren speziellen, eigenen Lautbildern – im übertragenden Sinne also an ihren Namen – erkennen können. Von dieser Erkenntnis aus kann es ja nicht mehr weit sein, bis die Spache der Delphine endgültig entziffert wird um endlich herauszufinden, was uns die Delphine seit je her zu sagen versuchen: „Bis dann und Danke für den Fisch!“.

Kein Pokal in Brodten

Lübeck (dpa/lno) – Die Präsentation des originalen FIFA- Weltmeisterpokals im schleswig-holsteinischen Travemünde hat für einen Besucheransturm gesorgt. Schon kurz nach Eröffnung der Ausstellung am Sonntagmorgen bildete sich eine Warteschlange. Bis zum Abend konnten sich Interessierte mit dem 36,8 Zentimeter großen und 6175 Gramm schweren Cup aus 18-karätigem Massivgold fotografieren lassen.

Na da sind wir dann doch lieber in die andere Richtung abgebogen und die Steilküste entlang gewandert. Google Maps Link, Download: KMZ-Datei.

Reboot Trend: dark?

Irgendwie scheinen mir ziemlich viele Sites im CSS Reboot auf schwarz oder andere sehr dunkle Hintergrundfarben zu setzen. Bspw.: kineda.com, bopia.com, orangetape.com, avalonstar, Chris Williams, Studio 7

Hust… ich wollte ja gerade zum weiß zurück kehren. Aufgrund drängelnder Nachfrage hier, habe ich das halbfertige neue Layout (total Web2.0-mäßig) mal online gestellt. Disclaimer: der Schmetterling ist ein Platzhalter und wer etwas anderes benutzt als Firefox 1.5+ sollte erst gar nicht auf den Link klicken. 😉

Maistart

Ein wenig unter Druck setzen, das war der Plan. Vor einigen Wochen hatte ich diese Site zum CSS Reboot angemeldet, unvorsichtigerweise ohne das neue Design schon wirklich in der Tasche zu haben. Naja, in der Grundzügen schon, aber eben nicht wirklich fertig. Ich muss leider gestehen, ich hab’s vergeigt. Das neue Layout ist gut (sag ich mal so), funktioniert (voll mit kleinen AJAX-Spielereien) und liesse sich bestimmt auch installieren, aber es ist irgendwie nicht wirklich 100% fertig. Will sagen: da muss ich nochmal ran. Dauert also noch ca. 1 Woche (nur abends nach der Arbeit, immer beschäftigt die beste Frau von allen ein paar Timeslots abzuringen, bringe ich leider nicht genug Zeit für schnelleres Arbeiten zusammen. Bis dahin, shame on me. BTW: Ich kenne das aus dem Arbeitsleben zu Genüge: ein Projekt funktioniert, sieht für den Laien gut aus, aber irgendwie hat man noch 100 Wünsche und 20 kleine Baustellen, die man eigentlich noch planieren möchte bevor man wirklich online geht, aber… die Termine stehen fest. Die Erfahrung zeigt: die Arbeit, die man nachträglich in ein verfrüht gestartetes Projekt investieren muss, ist viel mehr, als die Zeit, die man den Launch verschieben könnte.

Und noch andere Hiobsbotschaften verdunkeln mir den Maibeginn. Mein Auto hört sich an, als wenn jemand den Auspuff direkt am Krümmer abgesägt und mitgenommen hätte. Also nicht mehr dieser tief brummende Sound eines amerikanischen PickUps – das hätte mich schon stutzig machen müssen, schließlich fahre ich bloß einen FIAT 500 – sondern so richtiges Knattern, fast schon Richtung Panzer. Nun springen die Wachwillies an der Kaserne zwar mit einem lauten „volle Deckung“ in den Straßengraben, wenn ich um die Ecke komme, was lustig ist, aber andererseits wird’s nicht lange dauern, bis ich wegen Geräuschbelästigung verklagt werde. Bleibt mir also nichts anderes übrig, als heute im Laufe des Tages meinem Schrauber einen Termin für morgen abzuringen, was einem Wunder gleich käme – ehrlich gesagt. Dann muss noch Dad zu einem Höllenritt zur Werkstatt überredet werden und ein Ersatzauto organisiert werden.

Na, der Monat fängt ja wirklich gut an.