Firefox: etwas stört mich doch

Ich bin nun wirklich ein ausgesprochener Firefox-Fan, und als Wandler zwischen den Systemen geniesse ich es, auf allen Plattformen den gleichen Webbrowser benutzen zu können (und noch tausend andere Dinge, die mir an Firefox gefallen). Jedoch so ganz stimmt das leider nicht: der Firefox 1.0 für MacOS X ist nicht genauso zu bedienen, wie die Versionen für Linux oder Windows. Und das stört mich erheblich.

Was mich zum Ausrasten bringt, ist die fehlende Unterstützung der mittleren Maustaste, denn unter OS X öffnet ein Mittelklick nicht einen Link im neuen Tab, sondern tut einfach rein gar nichts. Tot. Nutzlos. Klar, die Hardcore-Non-Switching-schon-seit-ihrer-Geburt MacOS-Nutzer stört das wenig, sie benutzen eh immer noch eine 1-Tasten-Maus, sind es gewohnt zusätzliche Tasten zur Aktivierung von Aktionen zu benutzen (in diesem Falle hilft natürlich die Apfel-Taste). Aber wenn man auf der Arbeit mit Windows und Linux und zu Hause mit Linux und Mac arbeitet, dann hat man sowieso dauernd Probleme. Jeden Montag brauche ich bspw. bis um die Mittagszeit, mir Tastaturkürzel mit vermeintlicher Apfeltaste (wo ja dann nur die ALT-Taste ist) ab- und stattdessen die CTRL-Taste wieder anzugewöhnen. Ich brech‘ mir noch die Finger, verdammt!

Der Bug mit dem Mittelklick ist so alt wie Methusalem (opened Juni 2002) übrigens, immer wieder kommen beschwerden über dieses Problem. Ausserdem ist der Bug an wirkliche Prominenz assigned, hat jedoch nichts geholfen, auch in Version 1.0 funktioniert diese Funktion wieder nicht.

——- Additional Comment #89 From terj 2004-11-11 13:59 PDT [reply] ——-

>>it does work in Firefox 1.0<<

No, it does not.

Bugzilla Bug 151249

Das es sich scheinbar nicht lösen lässt, es aber in anderen Browsern funktioniert (Camino bspw.) liegt offenbar am unterschiedliche Handling von Mouse-Events in Carbon (Firefox) und Cocoa (Camino).

Schade.

Kein Kaffee: krank!

Wie der Boston Channel zu berichten weiss, hat man in einer Studie herausgefunden, dass der Entzug von Kaffee Menschen tatsächlich krank macht. Die Folgen sind Symptome wie Kopfschmerzen, Mattheit und Konzentrationsschwächen, diese werden oft mit Grippesymptomen verwechselt.

Der Umkehrschluss wäre IMHO, das Kaffee körperliche Abhängigkeit hervorbringt. Holy shit! Also liebe Kollegen, sorgt immer für eine volle Kaffeemaschine, wenn ich morgends erscheine… auf dem kalten Entzug werde ich fürchterlich aggressiv!

Jassir Arafat ist tot

Selten ist der langsame und schwierige Todeskampf eines Menschen so in die Medien getragen, wie bei Jassir Arafat. Heute morgen um 3.30 Uhr war es dann endgültig vorbei, der Palästinenserpräsident Arafat ist tot.

Ob nun gewollt oder nicht, Arafat tat bis zu seinem letzten Atemzug das, was er beinahe sein ganzes Leben tat, er beschäftigte Medien und Politiker gleichermaßen. Arafat, dem 1994 zusammen mit Shimon Peres und Jizhak Rabin der Friedensnobelpreis verliehen wurde, war 1959 Mitbegründer Organisation zur Befreiung Palästinas (Al-Fatah), seit 1969 Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. In dieser Funktion war er zeitweise einer der Mächtigen in der arabischen Welt, immer auch Verfolgter durch den israelischen Staat. Seit 1970 lebte er im Exil und kehrte erst 1994 in Folge des Autonomieabkommens nach Palästina zurück. Das palästinensische Volk führte in dieser Zeit einen langen bewaffneten Kampf gegen die Israelis, um die Anerkennung eines eigenen Staates, 1993 wandte sich Arafat jedoch einer friedlichen Lösung zu, dessen Folge die vorläufige Einigung mit Israel und das Autonomieabkommen waren. Nachdem aber 2000 die Verhandlungen von Camp David scheiterten flammte der Krieg zwischen Israelis und Palästinensern wieder auf, wahrscheinlich schlimmer als je zuvor und bis heute anhaltend. Seit 2001 lebte Arafat, inzwischen Chef der palästinensischen Autonomiebehörde, unter Hausarrest in seinem Hauptquatier in Ramallah, wo er auch begraben werden wird (nach moslemischen Gesetz innerhalb von 24 Stunden nach seinem Tod), die Trauerfeier wird in Kairo, Ägypten stattfinden.

Die Lösung des Tages

Gleich auf dem Weg zur Arbeit, im Auto, wird sie mir wie jeden Tag sicherlich auch heute wieder präsentiert werden: Die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes. Am Freitag war die Lösung die Verlegung des „Tags der Einheit“ auf einen Sonntag, am Monatg war es die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche (cool, dann hab ich ja einen freien Tag mehr pro Woche 😉 und gestern war es die Erklärung des Samstag zu einem normalen Arbeitstag. Aber immer war es die Lösung.

Ich weiss nicht, wer Arbeitgebervertreter, Regierung, bayrische Landesregierung etc. public-relation-mäßig berät, aber es muss eine Sch…ss-Agentur sein, denn das man so keinen Blumentopf gewinnen kann, ist offenbar. Person 1 schlägt etwas ganz hartes, brutales vor, die Abschaffung des goldenen Kalbs meinetwegen und Personen 2 – 5 begrüßen den Vorschlag („Hallo Vorschlag, ich grüße Dich“) als (und da ist es wieder) die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands. Täglich ein anderer Vorschlag, alles mit verteilten Rollen.

Sorry, aber so funktioniert es nicht. Aber man gewinnt den Eindruck, ihr denkt euch auch schon gar keinen sinnvollen Vorschläge mehr aus, sondern spult nur Platitüden ab, nur um hinterher zu weinen: „die anderen wollen nicht mitspielen“. Die 40-Stunden-Wochen bespw.: in den Boom-Branchen wird eh mehr gearbeitet, und bei Opel am Band hat man schon für 35 Stunden nicht genug zu tun. Es müsste also, wenn überhaupt, ein Vorschlag her, der viele Seiten berücksichtigt, von der Branche bis zum Einzelfall. Und er müsste in den richtigen Kreisen verbreitet und diskutiert werden. Stattdessen wird durch Radio und Fernsehen gerumpelt: „Die 40-Stunden-Woche muss her!“ – „Ja, das ist die Lösung für die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland!“

Wir kommen einfach nicht weiter, könnte man meinen. Nicht auf der einen, aber auch nicht auf der anderen Seite. Und welchen Vorschlag gibt es heute? Wie wär’s mit der Verlängerung des Tages auf 36 statt 24 Stunden und die Verlängerung eine Woche auf 9 Tage?

Moskauer Zeit und Beobachter

Tja, wenn Journalisten bloggen (… dann mithilfe von blogg.de… grins). »Matthias Braun, Jahrgang 1973, arbeitet für zwei Monate als Gastredakteur bei der „Moscow Times“.« Und dabei bloggt er was die russische Seele hergibt, realistisch, kritisch und einfallsreich.

Ich habe keine rechte Ahnung, wie es sich anfuehlt, wenn es am Marketing hapert. Dunkel kann ich mich erinnern, dass eine fruehere Vorgesetzte mal einen Marketingmissstand zu beheben hatte. Sie schrubbte permanent Ueberstunden und hatte Augenringe. Auch die Frisur sass schlecht zuletzt. Mehr wusste ich allerdings nicht. Um meine schlechte Bildung nicht zu verraten, frug ich beim deutschen Kaufmann nicht nach.

Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Besonders gefällt mir dabei die Idee, jeden Artikel mit dem Titel eines Films zu versehen, und am Ende diesen Film auch zu verlinken. Also ein Konzeptblog sozusagen, und das Konzept überzeugt.

Handelsblatt-Amerika-Korresondent Michael Backfisch, der während der US-Wahl aus den USA als Wahlbeobachter bloggte, hat offenbar Gefallen am Bloggen gefunden. Er bloggt nun auch nach dem Ende der Wahl seine Beaobachtungen aus dem Land der zwei unbegrenzten Möglichkeiten, als Transatlantischer Beobachter. Schätze, die Innenansichten der amerikansichen Gesellschaft und Politik werden auch weiterhin informativ und interessant daherkommen.

Etwas genervt, sorry

Erstens: Viele Benutzer weitverbreiteter Bloglösungen sind zur Zeit Ziel von Leuten die Kommentare mit Links hinterlassen, die nichts mit den Artikeln zu tun haben (ich vermeide das Wort), und greifen zur Abwehr zu Funktionen wie der Kommentarmoderation. Das ist eigentlich ok., nur finde ich, darauf sollte man hinweisen! Wenn man nämlich einen langen, ausführlichen Kommentar geschrieben hat, zum Thema passend (kommt selten genug vor ;), und dann auf „Abschicken“ klickt und die einzige Reaktion ist ein nun wieder leeres Kommentarfeld, dann kann man sich schon mal verarscht vorkommen (dieses Wort spreche ich offen aus).

Ich weiss, Euer Kampf ist hart und die Falschlinker sind lästig, und ich kann Euch auch nicht empfehlen eine andere Software zu benutzen, denn wenn Ihr das tut, dann hat diese binnen kurzer Zeit mit den Angriffen zu kämpfen, aber killt doch nicht den letzten Rest Usability wegen diesenr (rettet dem Akkusativ 😉 Idioten. Eine kleine Bemerkung über dem Kommentarfeld »Moderation ist eingeschaltet, es kann etwas dauern, bis Dein Kommentar hier erscheint« reicht ja schon. Was nicht reicht, ist die einmalige Ankündigung in seinem Blog, denn es gibt tatsächlich Leute, die nicht jeden Tag alle Blogs lesen und sich außerdem merken können, wo überall Kommentare verschwinden, wenn man sie abschickt.

Zweitens: es gibt Blogger, die ihren RSS-Feed nicht mit dem kompletten Inhalt, sondern nur mit einem Teaser veröffentlichen, vielleicht, weil sie meinen, sonst besucht niemand mehr ihre Homepage, oder um Bandbreite zu sparen. Das ist ok, solange der Teaser ein echte Zusammenfassung des Artikels enthält. Die ersten 20 oder gar nur 15 Worte, halte ich überhaupt nicht für ausreichend, denn oft sind sie auch überhaupt nicht aussagekräftig. Beispiel gefällig (und dies ist wirklich nur ein Bespiel)?

Nur mal für’s Protokoll: Dieses Weblog hat nun a..

RSS Feed von Moe am 5. Nov.

Niemand sei vorgeschrieben, wie ein Feed auszusehen hat (solange er validiert ;), ich möchte jedoch meiner Meinung Ausdruck verleihen, dass sowas keinesfalls zum Besuch der Webseite animiert.

Update: für meine These spricht übrigens, dass Moe im oben genannten Beispiel auf einen anderen Feed seines Blogs hinweist, der, oh wunder, offensichtlich komplette Inhalte und sogar Kommentare enthält. Ich hätte es verpasst, wäre ich nicht doch zu seiner Seite gesurft. Das ging ja schnell ;).

Last modified by Nico: 11:43, 06 Nov 04: Typos entfernt

Birth Control

»Hör Dir das mal an«, sagte ein Freund damals und zog, ganz vorsichtig als handele es sich um Kristallglas, eine LP aus der Plattensammlung seines Vaters. Auf dem Cover ein überdimensionales Huhn, dass ein Ei in eine Bratpfanne aufschlägt: The Best Of Birth Control. Und dann die Musik, das haute uns echt die Falten aus der Hose: „Gamma Ray“, Percussion ohne Ende, Hammond Orgel bis zum Abwinken und eine wirkliche beeindruckende Stimme. Wow!

Das muss sich wohl so um 1986/87 ereignet haben und seitdem bin ich ein Birth Control Fan. Eigentlich ein Anachronismus und vielleicht die erste Musik die mir wirklich gefiel, die nicht zeitgenössisch war. Es war die Musik der 68er, aufmüpfig, revolutionär. Diese jedoch waren inzwischen alles andere als dies, der Vater des Freundes bspw. erzählte zwar noch gerne nach dem dritten Bier von den Straßenbahnkämpfen in Bremen, verbrachte sein Leben jedoch nun damit, als Beamter im Arbeitsamt „faule Menschen an die Arbeit zu bringen“, was er nach dem fünften Bier gerne lauthals von sich gab.

196Birth Control kommen orginal aus Berlin und starteten 1968 als Coverband. Eigentlich war man schon damals prominent besetzt, wusste es nur noch nicht; im ersten Line-Up saß ein gewisser Hugo Egon Balder am Schlagzeug, musste jedoch vom Ruhm Abschied nehmen, bevor er eintrat, seine Eltern verboten ihm die Teilnahme an der Band, nachdem er mit einem Musikerkollegen in einen Verkehrsunfall geraten war. Nach einer Tour durch den Libanon kam man vom covern ab und begann eigene Produktion. 1969 kam man mit der ersten Single „Oktober / Freedom“ heraus. Und obwohl die zweite Single (wieder eine Doppel-A-Side) „No Drugs / All I Want Is You“ hieß, verwette ich mein rechtes Ohr dafür, dass Birth Control gerade bei den Konsumenten bewusstseinserweitender Mittelchen den grössten Erfolg hatten. Trotzdem, die Zeiten waren echt seltsam damals, man ging als Begleitband von Michael Holm auf Deutschlandtournee, des Geldes wegen, versteht sich. Anderseits darf man 1970 aber auch zusammen mit Jimi Hendrix Experience, Ten Years After, Cold Blood, Procol Harum und Cat Mother als einzige deutsche Band beim „Super Konzert 70“ in Berlin auftreten. Ich war zu der Zeit ja gerade ein Jahr alt.

195Mit „Hoodoo Man“ schaffte man jedenfalls 1972 den großen Durchbruch, voll auf der Krautrockwelle sozusagen. Dieses Album kann ich jeden ans Herz legen, der sich für Musikgeschichte interessiert, denn es gehört zur selben dazu. Erfreulich eigentlich, dass man seinerzeit mit rockiger Musik und kritischen Texten durchaus Erfolge feiern konnte… ja damals. Birth Control jedenfalls hatten eine ausgefallene und abwechslungsreiche Karriere, mit viel Sex and Rock’n Roll, blieben zum Glück aber bis heute von den diversen Revival-Wellen verschont. Andererseits, Birth Control gibt es noch und scheinbar tourt man sogar noch ab und zu (natürlich nicht mehr ganz in Originalbesetzung), was ja auch schon wieder ein Anachronismus ist. Aber ein schöner.

Die komplette Geschichte der bekanntesten Pornoband von Deutschland gibt’s auf der Homepage von Birthcontrol nachzulesen. Und auch etwas zum Anhören findet man dort, nur damit ihr wisst, wovon ich spreche. Naja und natürlich gibt es auch noch eines Material von Birth Control zu kaufen.